„Azamara Quest“

Kreuzfahrtschiff mit Motorschaden erreicht Malaysia

Der Luxusliner ist nach einem Motorschaden sicher im Hafen von Sandakan eingetroffen. Unter den Passagieren befinden sich auch 39 Deutsche.

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Das südlich der Philippinen zunächst in Seenot geratene Kreuzfahrtschiff „Azamara Quest“ hat am Sonntag sicher den malaysischen Hafen Sandakan erreicht. Dort erwarteten die Polizei und Busse die Passagiere, um diese in ein Hotel zu bringen. Auch die Botschaften hatten angekündigt, die fast 600 Passagiere bei ihrer Ankunft betreuen zu wollen.

Nach Angaben des Kreuzfahrtunternehmens erlitten fünf Besatzungsmitglieder Rauchvergiftungen, als an Bord der „Azamara Quest“ am Freitagabend ein Feuer ausbrach. Passagiere seien bei dem Brand nicht verletzt worden, teilte die Reederei Azamara Club Cruises mit. Das Schiff trieb nach dem Feuer und dem dadurch verursachten Motorschaden 24 Stunden lang im Meer zwischen den Philippinen und Borneo.

An Bord befinden sich laut Passagierlisten auch 39 Deutsche. „Auswärtiges Amt und Botschaften stehen in Kontakt mit der Reederei und zuständigen Behörden“, sagte eine Außenministeriumssprecherin am Sonnabend in Berlin. „Die Botschaften bereiten sich darauf vor, die Deutschen an Bord konsularisch zu betreuen, sobald sie an Land gegangen sind.“

In Sandakan sollte die Kreuzfahrt abgebrochen werden. Insgesamt befanden sich nach Angaben des Veranstalters 590 Passagiere und 411 Besatzungsmitglieder an Bord.

Reederei will Fahrpreis zurückerstatten

Die „Azamara Quest“ war zuvor rund 130 Kilometer südlich des Tubbataha-Riffs im Meer getrieben – einer Meeresregion zwischen den Philippinen und der Insel Borneo. Techniker hatten aber bereits vor der Reparatur des Antriebs auch die Klimaanlagen, Kühlsysteme und Wasserversorgung wiederherstellen können.

Die Fahrt der „Azamara Quest“ hatte am Montag in Hongkong begonnen und hätte eigentlich 17 Tage dauern sollen. Geplant waren Stopps in Manila und Sandakan in Malaysia sowie in mehreren Häfen in Indonesien. Für den 12. April war die Ankunft in Singapur vorgesehen. Die Reederei kündigte an, den Passagieren den vollen Fahrpreis zurückzuerstatten.

Azamara Club Cruises gehört zur Reederei Royal Caribbean Cruises, das wie auch Konkurrent Carnival nach den Havarien von Kreuzfahrtschiffen in diesem Jahr einen Rückgang der Buchungen hatte hinnehmen müssen.

Im Januar war vor Italien die „Costa Concordia“ auf Grund gelaufen, dabei kamen 32 Menschen ums Leben. Einen Monat später brach auf der „Costa Allegra“ im Indischen Ozean ein Feuer aus und machte das Kreuzfahrtschiff in einer Region manövrierunfähig, in der Piraten immer wieder Schiffe angreifen. Die beiden Costa-Schiffe gehören zur Reederei Costa Crociere, die wiederum Teil des weltgrößten Kreuzfahrtunternehmens Carnival ist.