Havarie

Kreuzfahrtschiff treibt nach Motorschaden vor Borneo

Auf einem Kreuzfahrtschiff mit mehreren Hundert Touristen an Bord ist vor Borneo ein Feuer ausgebrochen. Es gibt Verletzte.

Foto: DAPD

Ein Kreuzfahrtschiff mit rund 1000 Menschen an Bord treibt nach einem Motorschaden vor den Philippinen. Auf der „Azamara Quest“ brach nach Angaben der Küstenwacht am Freitagabend ein Brand aus, der die Motoren lahmlegte. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden. Fünf Besatzungsmitglieder erlitten Rauchvergiftungen. Eine Person befinde sich in kritischem Zustand und müsse in einem Krankenhaus behandelt werden, teilte die Reederei Azamara Club Cruises mit. Passagiere seien bei dem Brand nicht verletzt worden.

An Bord sollen Touristen aus den USA und Europa sein. Die „Azamara Quest“ kam aus Hongkong und war unterwegs nach Singapur.

Im Laufe des Samstags sollten Schiffe der Küstenwacht das Kreuzfahrtschiff etwa 140 Kilometer südwestlich des Tubbataha-Riffs erreichen. Bislang sei keine direkte Kommunikation mit der Besatzung der „Azamara Quest“ zustande gekommen, sagte der Sprecher der Küstenwacht, Korvettenkapitän Algier Ricafrente. Derzeit werde untersucht, warum die philippinischen Behörden während des Brandes keinen Notruf erhalten hatten.

Die „Azamara Quest“ befinde sich nahe der indonesischen Insel Borneo in ruhigen Gewässern, teilte die Reederei mit. Techniker hätten einen der Schiffsmotoren wieder in Betrieb genommen. Klimaanlagen, Kühlsysteme und Wasserversorgung funktionierten.

Das Unternehmen Azamara Club Cruises gehört zur Reederei Royal Caribbean Cruises. Der Vorfall an Bord der „Azamara Quest“ war der bislang letzte in diesem Jahr an Bord eines Kreuzfahrtschiffes. Im Januar 2012 lief vor Italien die „Costa Concordia“ auf Grund, dabei kamen 32 Menschen ums Leben. Einen Monat später brach auf der „Costa Allegra“ im Indischen Ozean ein Feuer aus und machte das Kreuzfahrtschiff in einer Region manövrierunfähig, in der Piraten immer wieder Schiffe angreifen. Die beiden Costa-Schiffe gehören zur Reederei Costa Crociere, die wiederum Teil des weltgrößten Kreuzfahrtunternehmens Carnival Corp. ist.