Frankreich

Anklage gegen Strauss-Kahn wegen Sex-Partys

Nach Verhören von Dominique Strauss-Kahn zu Sex-Partys mit Callgirls hat sich die französische Justiz für eine vorläufige Anklage entschieden.

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In der Affäre um Sexpartys hat die französische Justiz vorläufige Anklage gegen den früheren IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn erhoben. Die Vorwürfe lauteten auf „organisierte Zuhälterei“, erklärte die Staatsanwaltschaft nach einer stundenlangen Befragung des 62-Jährigen durch Untersuchungsrichter in Lille. Strauss-Kahns Anwälte teilten mit, dieser habe alle Vorwürfe „mit größter Entschiedenheit“ zurückgewiesen. Er habe nichts von Prostituierten gewusst. Sein Anwalt Richard Malka sagte anschließend, es sei falsch, Strauss-Kahn für eine „einfache freizügige Aktivität“ zu verfolgen.

Gegen eine Kaution von 100.000 Euro sei Strauss-Kahn auf freien Fuß gesetzt worden, teilte ein Vertreter der französischen Justiz mit. Es sei ihm untersagt, Kontakt zu den anderen Angeklagten in dem Fall Kontakt aufzunehmen und stehe unter Polizeiaufsicht, hieß es weiter.

Strauss-Kahn sollte eigentlich am 28. März vor die Untersuchungsrichter geladen werden. Es wurde erwartet, dass bei diesem Termin dann ein förmliches Ermittlungsverfahren gegen ihn eröffnet wird, das in eine Anklage münden könnte. Es gab zunächst keine Begründung, weshalb die Befragung vorgezogen wurde. Der einstige Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) hatte sich Ende Februar wegen der Callgirl-Affäre bereits für zwei Tage in Polizeigewahrsam befunden.

Strauss-Kahn hatte an einer Reihe von Sexpartys in Luxushotels in Paris und in den USA teilgenommen. Für die Prostituierten sollen dem sozialistischen Politiker nahe stehende Unternehmer bezahlt haben. Unklar ist, ob Strauss-Kahn wusste, dass es sich bei den zu den Partys eingeladenen Frauen um Prostituierte handelte.

Er bestreitet dies. Außerdem versuchen die Ermittler herauszufinden, ob der frühere IWF-Chef sich über die Herkunft des Gelds im Klaren war, mit dem die Partys bezahlt wurden.

Auf Beteiligung an Zuhälterei stehen in Frankreich bis zu 20 Jahre Haft, für Beihilfe zur Veruntreuung von Firmengeldern drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis. An den Sexpartys hatte auch die Nummer zwei der Polizei für Nordfrankreich, Jean-Christophe Lagarde, teilgenommen.

Nach französischem Recht bedeutet eine vorläufige Anklage, dass die Behörden Grund zur Annahme haben, dass eine Straftat begangen worden ist, aber mehr Zeit für die Ermittlungen benötigen.