Sexueller Missbrauch

Vater machte Stieftöchter zu Sexobjekten

Er ist siebenfacher Vater und mutmaßlich ein brutaler Kinderschänder. 18 Mal soll sich ein Lackierer aus Plön an seinen Stieftöchtern vergangen haben. Jetzt drohen ihm sechs Jahre Haft.

Wegen jahrelangen sexuellen Missbrauchs seiner beiden Stieftöchter soll ein 43 Jahre alter Angeklagter auf Antrag der Staatsanwältin sechs Jahre ins Gefängnis. Der Lackierer aus dem Kreis Plön habe sich zwölf Mal an den beiden Mädchen vergangen und sie „in besonders erniedrigenden Stellungen und als reine Sexobjekte benutzt“, sagte die Staatsanwältin am Montag vor dem Kieler Landgericht.

Vor Gericht erzählte er tränenreich von seiner schweren Kindheit

Ein weiterer Fall sei als schwerer Kindesmissbrauch zu werten. Laut Anklage hatte sich der siebenfache Vater zwischen 2005 bis 2011 sogar 18 Mal an den beiden Mädchen vergangen. Zudem soll er sie massiv bedroht haben, falls sie etwas sagen sollten. Fünf Fälle hätten in der Hauptverhandlung aber nicht sicher nachgewiesen werden können, sagte die Staatsanwältin. Diese wurden eingestellt. Der Verteidiger forderte in allen Anklagepunkten Freispruch.

Der mutmaßliche Kinderschänder hatte zu Prozessbeginn zu den Vorwürfen geschwiegen. Er äußerte sich aber tränenreich zu seiner schweren Kindheit, in der er selbst Opfer von Missbrauch wurde. Der Mann flog auf, als sich eine Stieftochter einer Tante offenbarte. Sie und ihr Ehemann schalteten sofort die Polizei ein.

Stiefvater behandelte die beiden Töchter herabwürdigend

Beide Mädchen gelten als minderbegabt beziehungsweise leicht geistig behindert. Ihre Aussagen sind aber nach Einschätzung einer Sachverständigen glaubwürdig. Es sei unwahrscheinlich, dass die Kinder sich diese Vorwürfe hätten ausdenken und darüber so lange Zeit konstant hätten berichten können. Die Schwägerin hatte berichtet, dass der Stiefvater die Kinder herabwürdigend behandelt habe. Der Angeklagte sitzt in Untersuchungshaft. Das Urteil wird am Dienstag erwartet.