Schiffswrack in Italien

Fünf Leichen in der Costa Concordia entdeckt

Taucher haben fünf Tote im Wrack der Costa Concordia geortet. Die Bergung dauerte Tage, auch die Identifizierung der Leichen ist schwierig.

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Knapp zehn Wochen nach der Havarie der „Costa Concordia“ vor der Küste Italiens sind fünf weitere Leichen im Wrack des Kreuzfahrtschiffes geortet worden. Das teilte der Chef des Bergungsteams, Franco Gabrielli, mit.

Damit erhöht sich die Zahl der bislang gefundenen Leichen auf 30. Zwei Menschen gelten noch als vermisst. Schon vor dem Fund der fünf Toten harrten noch acht in den vergangenen Wochen gefundene Leichen ihrer Identifizierung. Nach Wochen im Wasser sind die Körper stark verwest. Die Behörden versuchen, die Identität mit DNS-Abgleichen zu klären.

Nach Angaben der Zivilschutzbehörde befinden sich die am Donnerstag entdeckten Leichen alle zwischen dem Schiffsrumpf und dem Meeresboden. Es werde mehrere Tage dauern, bis sie geborgen werden können, sagte Gabrielli.

Die „Costa Concordia“ war am 13. Januar mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der toskanischen Ferieninsel Giglio im Mittelmeer havariert. Bislang wurden 25 Tote geborgen, sieben Menschen galten noch als vermisst.

Die Gefahr einer großen Umweltkatastrophe durch auslaufendes Schweröl ist inzwischen gebannt. Noch am Donnerstag war der letzte Treibstoff aus dem havarierten Kreuzfahrtschiff abgepumpt worden. Am Freitag würden die Arbeiten endgültig beendet, sagte der Bürgermeister der Insel Giglio, Sergio Ortelli.

In den Tanks waren nach früheren Angaben etwa 2380 Kubikmeter Treibstoff, überwiegend gefährliches Schweröl. Mit dem Abpumpen war eine niederländische Spezialfirma wochenlang beschäftigt. Messungen hätten gezeigt, dass das Wasser rund um das Wrack kristallklar und sauber geblieben sei, erklärte der Bürgermeister.

Seine größte Sorge ist jetzt die Bergung des 290 Meter langen Schiffes, die zehn bis zwölf Monate dauern dürfte. Offen ist, ob das teilweise vollgelaufene Schiff nach dem Aufrichten zerteilt werden muss oder aber an einem Stück abtransportiert werden kann. Die Reederei Costa Crociere will demnächst bekanntgeben, welche Firma das Schiff beseitigen soll.

Gegen den Kapitän Francesco Schettino (52) wird seit dem Unfall unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Havarie und Verlassen des Schiffes während der Evakuierung ermittelt. Schettino steht unter Hausarrest. Das Schiff war auf seiner nächtlichen Fahrt zu nahe an die Insel herangekommen und hatte dabei einen Felsen gerammt.