Ziehvater misshandelt Zweijährigen

Blutunterlaufene Augen, schwere Kopfverletzungen

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Foto: dpa

Ein 33 Jahre alter Mann hat auf St. Pauli ein zwei Jahre altes Kind schwer misshandelt und am Kopf verletzt. Er war vermutlich stark alkoholisiert.

Vermutlich im betrunkenen Zustand hat ein 33 Jahre alter Mann auf St. Pauli ein zwei Jahre altes Kind schwer misshandelt. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann das Kind geschlagen hat, während die Mutter des kleinen Jungen ausgegangen war. Die Mordkommission ermittelt. Gegen den Spanier wurde zwischenzeitlich Haftbefehl beantragt.

Blutunterlaufene Augen, schwere Schwellungen

Blutunterlaufene Augen, schwere Schwellungen am Kopf und im Gesicht, weinend – so fand die Mutter am Sonntagmorgen ihren kleinen Sohn Lukas vor. Die Frau war in der Nacht unterwegs gewesen. In der Zeit hatte ihr Lebensgefährte in der gemeinsamen Wohnung an der Schanzenstraße auf das Kind aufpassen sollen. Das Kind kam in ein Krankenhaus. Dort musste es ärztlich behandelt werden.

Die Polizei nahm den Lebensgefährten der Frau fest. Er war betrunken. Der an der Wache Lerchenstraße durchgeführte Atemalkoholtest ergab einen Wert von knapp zwei Promille. „Ich bin mit dem Kind auf dem Arm gestolpert“, behauptet der Spanier in seiner Vernehmung durch die Polizei. Dabei sei der kleine Junge so unglücklich gestürzt, dass er sich die Kopfverletzungen zuzog.

Immer wieder ins Gesicht und gegen Kopf geschlagen

Die Ermittler gehen davon aus, dass das eine reine Schutzbehauptung des Mannes ist. Denn Gerichtsmediziner entlarvten seine Angaben als Lüge. Laut ihrer Untersuchungsergebnisse kann sich das Kind nicht so verletzt haben, wie es der Mann aussagte. Stattdessen gehen die Experten davon aus, dass dem kleinen Jungen immer wieder ins Gesicht und gegen den Kopf geschlagen wurde. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Fälle von Kindesmisshandlung kommen in Hamburg immer wieder zur Anzeige. Im vergangenen Jahr erfasste die Polizei 53 Fälle. 22 der Kinder waren unter sechs Jahre alt. „Das Dunkelfeld dürfte weitaus höher sein“, sagt ein Beamter. „Sehr viele der Fälle spielen sich, wie jetzt auch, im familiären Umfeld ab.“ Wie schwierig ein Nachweis von Kindesmisshandlung ist, hat auch eine bereits 2008 veröffentlichte Studie der Uniklinik Eppendorf ans Licht gebracht. Aus ihr ging hervor, dass bei 172 untersuchten Verdachtsfällen fast ein Drittel weder belegt noch entkräftet werden konnte.

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