Schießerei in Lurup

17-Jähriger bei Bandenkrieg schwer verletzt

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: André Zand-Vakili

Ein 17-Jähriger wurde in Lurup auf offener Straße durch einen Schuss in den Rücken schwer verletzt. Auch ein vorbeifahrendes Taxi wurde getroffen.

Eine so wilde Schießerei hat Hamburg lange nicht mehr erlebt. In Lurup gerieten offenbar verfeindete Gruppen von Südländern aneinander. Kugeln flogen durch die Elbgaustraße. Ein 17-Jähriger brach getroffen zusammen. Bislang scheint es so, als sei der junge Mann ein Zufallsopfer. Auch andere Unbeteiligte waren in akuter Lebensgefahr. Eine Kugel traf ein Taxi. Die Behörden versuchten zunächst, die Hintergründe der brutalen Auseinandersetzung geheim zu halten.

Sonnabend, kurz nach Mitternacht: Anwohner in Höhe Elbgaustraße hören Schüsse. „Mehrfach“ war offenbar abgedrückt worden, so ein Ohrenzeuge. Wie wild die Schießerei war, zeigen die Fakten. Zwischen dem Taxi, das von einer Kugel getroffen wurde, und dem Ort, an dem es den 17-Jährigen traf, liegen mehr als 300 Meter. Die großkalibrige Kugel war in den Brustkorb des Jugendlichen geschlagen. Er hatte riesiges Glück. Obwohl das Projektil seine Lunge durchschlagen hatte, war die Verletzung nicht lebensgefährlich. Im Krankenhaus wurde er notoperiert.

Taxifahrer: „Kugeln flogen an meinem Kopf vorbei"

Ob auf den jungen Mann gezielt geschossen wurde, war zunächst nicht klar. Tolga C. war mit Freunden unterwegs gewesen und hatte den nahen Kleingartenverein durchquert, als ihn die Kugel traf. Taxifahrer Nadr I., dessen Wagen getroffen wurde, schildert die dramatische Situation. „Ich dachte zuerst, ein Reifen wäre geplatzt. Dann hörte ich noch mehr Schüsse. Kugeln flogen an meinem Kopf vorbei.“ Dass nicht noch weitere unbeteiligte Menschen getroffen und verletzt oder sogar getötet wurden, war reines Glück.

Ein „Milieu-Hintergrund“ wird seitens der Ermittlungsbehörden nicht ausgeschlossen. Dort hüllte man sich auch am Sonntag zunächst über Details zur Tat in Schweigen. Sicher ist: Es werden zwei Limousinen im Zusammenhang mit der Schießerei gesucht. Polizisten hatten schon kurz nach der Tat mehrere verdächtige Fahrzeuge in der Umgebung gestoppt und die Insassen überprüft. Die Täter waren nicht darunter. Sie konnten unerkannt entkommen.

Bandenkrieg als möglicher Hintergrund

In Lurup ist man sich sicher, dass die blutige Schießerei der vorläufige Höhepunkt eines Bandenkrieges ist. „Hier kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen von verfeindeten Gruppen. Die gehen da nicht zimperlich miteinander um. Viele sind auch bewaffnet“, sagt ein Anwohner, der aus Angst seinen Namen nicht nennen möchte. „Das ist hier auch immer wieder Gesprächsthema.“ Die Polizei durfte am Wochenende keine Stellung zu der Auseinandersetzung nehmen.

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