Kindesmisshandlung

Eltern sperren Siebenjährigen in Kellergefängnis

Foto: dpa / dpa/DPA

Unbekleidet, unterernährt und völlig verängstigt ließ ein Paar seinen Sohn in einem Keller zurück. Nun müssen sie sich dafür verantworten.

Ein schwerer Fall von Kindesmisshandlung hat heute das Duisburger Landgericht beschäftigt. Angeklagt ist ein Ehepaar, das den siebenjährigen Sohn der Frau immer wieder in den Keller gesperrt haben soll – teilweise nackt und zwischen Mülltüten sitzend.

Vor anderthalb Jahren hatten Polizisten den Jungen aus dem dunklen und ungeheizten Verlies befreit. Laut Anklage wurde der damals Siebenjährige zwischen 2009 und 2010 immer wieder gezwungen, im Keller eines Einfamilienhauses in Hamminkeln bei Wesel zu übernachten. Zum Prozessauftakt begründeten die Angeklagten ihr Verhalten mit Überforderung.

"Ich wollte nichts mehr hören und nichts mehr sehen"

"Wir wussten natürlich die ganze Zeit, dass das nicht richtig war", sagte der 29-jährige Stiefvater. „Aber irgendwann habe ich einfach dicht gemacht. Ich wollte nichts mehr hören und nichts mehr sehen.“

Sein Stiefsohn habe sich ständig eingenässt und Fäkalien auf dem Teppich verschmiert. "Da haben wir mit ihm geschimpft und ihn in den Keller geschickt." Manchmal sei der Junge auch geschlagen worden.

Während Urlaubsreise im Keller zurückgelassen

Als der Siebenjährige am 4. September 2010 nach einem Hinweis aus der Nachbarschaft von der Polizei befreit wurde, litt er laut Anklage bereits unter Mangel an Tageslicht. Seine 28-jährige Mutter und sein Stiefvater befanden sich mit seinen jüngeren Halbgeschwistern auf dem Weg in die Niederlande. Sie hatten den Jungen allein zurückgelassen und den Keller abgeschlossen.

Heute soll das Kind bei seinem leiblichen Vater wohnen. Es befindet sich laut Staatsanwaltschaft immer noch in kinderpsychologischer Behandlung. Für den Prozess sind Termine bis zum 24. April vorgesehen.

( dpa/lnw/cho )

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