Seenot

Freizeitkapitäne verirren sich mit Hausboot auf Ostsee

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Winfried Wagner

Foto: dpa

Bis in internationale Gewässer der Großschifffahrt haben sich zwei Hamburger verirrt. Statt am Land entlang fuhren sie auf die offene Ostsee hinaus.

Einmal falsch abgebogen und damit fast in Dänemark gelandet: Die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben am Donnerstagabend auf der Ostsee zwei orientierungslose Hausbootskipper gerettet, die eigentlich nach Stralsund wollten.

Die beiden Hamburger hatten sich östlich von Rügen derart auf der Ostsee verirrt, dass sie schon in Richtung der dänischen Insel Bornholm fuhren. „Sie sahen große Fährschiffe am Horizont und ihr GPS-System war ausgefallen“, sagte Christian Stipeldey, Presseprecher der Seenotretter. Die DGzRS schickte gleich mehrere Rettungsschiffe, unter anderem die „Eugen“, die auf der Greifswalder Oie stationiert ist, der östlichsten deutschen Insel.

Rettungsraketen an Bord

Die Sache ging nochmal gut aus – auch dank der Rettungsraketen an Bord des Hausbootes. Warum die 66 und 70 Jahre alten Männer so komplett falsch fuhren, untersucht derzeit noch die Wasserschutzpolizei. „Sie dürfen jetzt aber wieder Richtung Festland fahren“, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei in Wolgast.

Ersten Ermittlungen zufolge wollten die Männer am Donnerstag das neun Meter lange Hausboot „Jasmund“ auf der letzten Etappe von Wolgast nach Stralsund überführen. Statt hinter Wolgast auf dem Achterwasser bei Lubmin nach links abzubiegen, schipperten die Freizeitkapitäne nach rechts Richtung Nordosten. Als der Sprit nach über sechs Stunden Fahrt langsam knapp wurde und die polnischen Großfähren in Richtung Schweden in ihrer Nähe auftauchten, alarmierten sie die Seenotretter.

Als es dunkel war, forderten die Retter die Gesuchten auf, die Raketen im Dunklen abzufeuern und fanden das Hausboot gegen 19.45 Uhr. Es lag schon 22 Kilometer nordöstlich der Greifswalder Oie und damit 85 Kilometer weg vom eigentlichen Ziel Stralsund.

Dabei dürften die Hamburger durchaus Erfahrung haben. Das Freizeitschiff gehört zu einer Charterfirma von der Mecklenburgischen Seenplatte, die ihre Boote im Frühjahr traditionell von Freizeitskippern von der Müritz über die Havel und Oder zur Ostseeküste bringen lässt. Die Hamburger hatten die „Jasmund“ bereits am 9. März in Zeuthen bei Berlin übernommen und waren die Oder flussabwärts gefahren – bis Wolgast auch nach Plan. Von Stralsund aus sollen Touristen nun wieder mit dem Hausboot die Boddengewässer an der Ostseeküste erkunden.

( dpa/hdr )

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