Gelsenkirchen

Paar zeugte Kind, um es zu missbrauchen

| Lesedauer: 2 Minuten

Ein junges Paar hat ein Kind gezeugt, nur um es sexuell zu missbrauchen. Der Vater verging sich an dem Sohn, als er gerade mal fünf Wochen alt war.

Der Vorsitzende Richter spricht von menschlichen Abgründen: Ein Paar aus Nordrhein-Westfalen hat nach Überzeugung des Landgerichts Essen ein Kind gezeugt, nur um es später sexuell zu missbrauchen. Der 27-jährige Mann aus Gelsenkirchen wurde am Montag zu acht Jahren, seine ein Jahr jüngere Partnerin aus Mönchengladbach zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Vater machte Bilder von der Misshandlung

Der Mann hatte den gemeinsamen Sohn im Alter von gerade einmal fünf Wochen missbraucht – und dabei sich und den Jungen fotografiert. Das Bild zeigte er später im Internet anderen Sexualpartnerinnen. Die Mutter des Jungen war eigens für die Tat von Mönchengladbach nach Gelsenkirchen gefahren und hatte die Tat mit angesehen. Die beiden Angeklagten hatten sich in einem Internet-Chat für Anhänger von Gewaltsex kennengelernt.

"Die Angeklagten haben einen schutzlosen Säugling zum bloßen Objekt ihrer sexuellen Begierde degradiert und seine Menschenwürde mit Füßen getreten“, sagte der Vorsitzende Richter Heinz-Günter Busold in der Urteilsbegründung. Die Richter hätten im Verlauf des Prozesses in Abgründe menschlichen Handelns und Denkens geblickt, die sie "fassungslos und betroffen machen“, so der Vorsitzende.

Paar legt volles Geständnis ab

Die 26-jährige Altenpflegerin und ihr Partner hatten im Prozess beide ein volles Geständnis abgelegt. Dem Gericht lagen außerdem umfangreiche Protokolle der Chat-Sitzungen vor, aus denen die Motivation für die Zeugung des Kindes eindeutig hervorging.

Der fünf Wochen alte Säugling erlitt bei dem Missbrauch keine körperlichen Verletzungen. Die Richter gehen derzeit nicht davon aus, dass das Kind psychische Schäden davongetragen hat. Das Kind steht seit der Entdeckung der Tat unter Betreuung des Jugendamts. Die Mutter hatte sich zuletzt noch um das Sorgerecht für ihr Kind bemüht.

Mit dem Urteil für die Frau entsprachen die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Für den Mann hatte die Anklagebehörde zehn Jahre Haft beantragt. Die Verteidiger hatten auf konkrete Strafanträge verzichtet.

( dpa/bar )

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