Passagiere in Panik

Stewardess kündigt über Lautsprecher Absturz an

Eine Stewardess hat Flugpassagiere in den USA in Angst versetzt. Die Flugbegleiterin hatte kurz vor dem Start in Dallas über Lautsprecher verkündet, der Jet werde abstürzen.

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Eine offenbar verwirrte Stewardess hat die Passagiere eines US-Flugzeugs in Angst und Schrecken versetzt. Kurz vor dem Start in Dallas im US-Bundesstaat Texas sagte sie am Freitag (Ortszeit) über Lautsprecher den Absturz der Maschine voraus. Nach weiteren Auslassungen über die Terroraschläge vom 11. September und die Insolvenz ihres Arbeitgebers wurde die Frau von Passagieren überwältigt und von der Polizei abgeführt.

Die Flugbegleiterin wollte vor dem Start die Sicherheitshinweise durchgeben und wirkte nach Angaben von Passagieren schon dabei etwas konfus. Schließlich verkündete sie, das Flugzeug habe ein technisches Problem und müsse zum Gate zurückfahren. Andere Flugbegleiter unterbrachen die Frau und versicherten den Passagieren, dass es keine Probleme gebe und die Maschine zum Abflug bereit sei.

Der Rest der Crew versuchte den Angaben zufolge vergeblich, die verwirrte Kollegin zu beruhigen, doch die Frau ließ sich in ihrem Wortschwall nicht unterbrechen. In unzusammenhängenden Sätzen redete sie über einen drohenden Absturz, Terroranschläge und die Insolvenz von American Airlines. "Wir waren ganz schön erschrocken", sagte der Passagier Greg Lozano aus Illinois. "Ich war nur froh, dass wir nicht in der Luft waren."

Schreiender Frau Handschellen angelegt

Letztlich gelang es Fluggästen, die offenbar verwirrte Stewardess zu bändigen. Sie übergaben sie später der Polizei, die sie per Handy alarmiert hatten.

Die Beamten legten der schreienden Frau Handschellen an und brachten sie aus der Maschine. "Ihr Geschrei wird mir nicht mehr aus dem Kopf gehen", sagte Bethany Christakos aus Texas nach der Landung in Chicago. "Ich hatte das Gefühl, dass es gute zehn Minuten gedauert hat, sie aus dem Flugzeug herauszubekommen."

Die Maschine hob schließlich mit fast eineinhalb Stunden Verspätung ab, nachdem die gesamte Mannschaft ausgewechselt wurde. Zwei Flugbegleiter, die bei der Rangelei mit ihrer Kollegin verletzt worden waren, wurden in ein Krankenhaus gebracht, wie eine Sprecherin der Fluggesellschaft sagte.

Die Fluggäste seien "zu keinem Zeitpunkt in Gefahr" gewesen, erklärte American Airlines nach dem Vorfall. Sie entschuldigte sich für die "Unannehmlichkeiten" und bedankte sich für die Geduld und das Verständnis der Passagiere. Die US-Luftverkehrsbehörde bestätigte lediglich, dass es an Bord des American-Airlines-Flugs 2332 eine "Auseinandersetzung" gegeben habe, nannte jedoch keine weiteren Details. American Airlines hatte Ende November Gläubigerschutz beantragt, der Flugbetrieb geht aber weiter.