Okkulter Hintergrund?

Kopf von zerstückeltem Mann bleibt verschwunden

Wende im Fall der zerstückelten Männerleiche in Leipzig: Die Polizei sucht einen 23-Jährigen, der vier Monate nach der Tat untergetaucht ist. Der Kopf des Toten fehlt weiterhin.

Foto: dpa / dpa/DPA

Vier Monate lang schien es, als trete die Leipziger Polizei bei der Aufklärung eines der grausamsten Verbrechen des vergangenen Jahres auf der Stelle. Am Freitag kam dann im Fall eines zerstückelten 23-Jährigen die überraschende Wende. Die Ermittler haben einen dringend Tatverdächtigen im Visier: Bundesweit wird nach dem 23 Jahre alten Benjamin Hupel, einem Bekannten des Opfers, gesucht. Hupel ist seit Ende vorigen Jahres untergetaucht. „Das letzte Lebenszeichen von ihm war vor Weihnachten“, sagt der Chef der Mordkommission, Rainer Baacke.

Es gebe eine Vielzahl von Indizien, die auf den 23-Jährigen als mutmaßlichen Mörder deuten, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig, Ricardo Schulz. Demnach wird Hupel verdächtigt, seinen 23 Jahre alten Bekannten Anfang November 2011 umgebracht, zerstückelt und einige Leichenteile in das Elsterflutbecken geworfen zu haben. Arme, Torso und ein Oberschenkelknochen des Opfers wurden am Fluss gefunden, andere Körperteile und der Kopf sind bis heute verschwunden.

Blutspuren gefunden

Die Ermittler veröffentlichten ein Foto des Verdächtigen. „Staatsanwaltschaft und Polizei sind auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Viel ist es allerdings nicht, was die Ermittler über den Gesuchten mitteilen. Er sei schlank, 1,80 Meter groß und habe bis zu seinem Verschwinden in Leipzig gewohnt. Die „Dresdner Morgenpost“ berichtete, der Mann stamme aus Thüringen. In seiner Wohnung seien Blutspuren gefunden worden.

Ob der Mord wirklich in der Wohnung des 23-Jährigen geschah, wollen die Ermittler nicht sagen. Auch wann genau und auf welche Art und Weise der junge Mann getötet wurde, soll nicht an die Öffentlichkeit dringen. „Das ist Täterwissen“, sagt Baacke.

Der Mörder soll sich später nicht herausreden können, er habe Details über das Kapitalverbrechen in der Zeitung gelesen. Welche Indizien Hupel belasten, erklären die Ermittler nicht. Für den Erlass eines Haftbefehls wegen Mordes hätten eine „Vielzahl von kriminaltaktischen Erwägungen eine Rolle“ gespielt, sagt Oberstaatsanwalt Schulz.

Satanisten-Szene offenbar nicht beteiligt

Völlig im Dunkeln liegt auch noch das Motiv für das Verbrechen. In den Medien war immer wieder über einen Zusammenhang zur okkulten Szene oder einen sexuellen Hintergrund spekuliert worden. Der gesuchte Hupel sei „keiner Szene zuzuordnen“, sagt Baacke, der Leiter der 30 Beamte starken Mordkommission „Elster“. „Kenntnisse zu einer Satanisten-Szene liegen uns nicht vor.“

Weder das Opfer noch der mutmaßliche Mörder seien polizeibekannt gewesen, hieß es. Über den getöteten 23-Jährigen ist bekannt, dass er ein Fan japanischer Manga-Comics war. Er lebte allein in Leipzig, das Verhältnis zu seinen Eltern soll nicht das beste gewesen sein. Rechtsanwältin Anne Prestrich ließ im Namen der Mutter des Opfers ausrichten, dass die Frau Ruhe wünsche. „Meine Mandantin möchte das, was ihrem Jungen passiert ist, alleine für sich verarbeiten.“

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