Neumünster

Frau erleidet Totgeburt durch Tritte ihres Mannes

Eine 28-Jährige Frau verlor ihr Baby, weil ihr Mann sie brutal attackierte. Jetzt muss der gewalttätige 35-Jährige drei Jahre in Haft.

Ein 35 Jahre alter Mann, der bei seiner schwangeren Frau mit Tritten in den Bauch eine Totgeburt ausgelöst haben soll, muss mehrere Jahre in Haft. Das Amtsgericht Neumünster verurteilte ihn am Donnerstag zu drei Jahren und zwei Monaten Gefängnis.

Verfahren wegen Misshandlung seines Sohnes eingestellt

Der Mann hat nach Auffassung des Gerichts die mit ihm nach muslimischem Recht verheiratete 28-jährige Frau Ende Juni 2011 in der gemeinsamen Wohnung in Kiel derart attackiert, dass sie in einer Klinik das gemeinsame Kind verlor. Sie war im fünften Schwangerschaftsmonat. Die Anklage lautete auf Schwangerschaftsabbruch, gefährliche Körperverletzung, versuchte Nötigung und Diebstahl.

Der Prozessbeginn verzögerte sich, weil Gericht, Staatsanwältin und die beiden Verteidiger eine Einigung anstrebten. Demnach sollte der Angeklagte gegen ein Geständnis zu maximal drei Jahren Haft verurteilt werden. Zugleich sollte ein Verfahren wegen Misshandlung des vierjährigen Sohnes eingestellt werden.

Täter drohte ihr, um die Aussage zu verhindern

Nachdem die Anwälte in einer Erklärung für den Angeklagten die Taten einräumten, widerrief er das Geständnis. Deswegen musste die 28-Jährige aussagen. Bei einer Videovernehmung bestätigte sie die Anklagevorwürfe. Sie hatte ihren Mann bei Familienfeiern in der gemeinsamen Heimat Pakistan kennengelernt.

Beide heirateten demnach 2005 in Deutschland und ließen dann in Pakistan ihre Ehe nach islamischem Recht besiegeln. Nach Angaben der Frau kam es immer wieder zu Gewalttätigkeiten ihres Mannes. Um ihre Aussage zu verhindern, habe er sie und ihre Familie massiv bedroht. Die Frau ist Nebenklägerin.

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