Francesco Schettino

"Costa"-Kapitän hatte Unfall vor Warnemünde

Wiederholungstäter: Der "Costa Concordia"-Kapitän Francesco Schettino erregte bereits 2010 mit einem Unfall vor Warnemünde für Aufsehen. Damals manövrierte er sein Kreuzfahrtschiff zu schnell.

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Der Kapitän des vor sechs Wochen vor der Toskana-Küste gekenterten Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ hatte laut einem Zeitungsbericht schon im Jahr 2010 einen Unfall mit einem Luxus-Liner im Hafen von Warnemünde, weil er mit überhöhter Geschwindigkeit manövrierte. Kapitän Francesco Schettino habe bei der Einfahrt in den Hafen von Warnemünde mit einer Geschwindigkeit von 7,7 bis 7,9 Knoten manövriert und dadurch Schäden am Kreuzfahrtschiff „Aida Blu“ verursacht, zitierte die Tageszeitung italienischen „La Stampa“ am Freitag aus einem Schreiben von Schettinos Arbeitgeber Costa Crociere.

Dem aus Ermittlungsakten zitierenden Bericht zufolge rechtfertigte sich der Kapitän damals in einer schriftlichen Antwort an die Reederei, er habe die Geschwindigkeitsbegrenzung in dem Hafen nicht gekannt und von den zuständigen deutschen Behörden keine Anzeige wegen eines Verstoßes erhalten. Der Unfall müsse „wahrscheinlich durch Begleitumstände“ verursacht worden sein. Zum Zeitpunkt des Unfalls im Jahr 2010 war Schettino Kapitän der „Costa Atlantica“.

Am 13. Januar war das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ vor der italienischen Toskana-Küste auf einen Felsen aufgelaufen und kenterte. Bei dem Unglück starben 32 Menschen. Schettino steht nach der Havarie der „Costa Concordia“ unter Hausarrest. Ermittelt wird gegen ihn wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Havarie und Verlassen des Schiffes während der Evakuierung. 25 Tote wurden geborgen, 7 Opfer werden noch vermisst.

In einem Brief soll die Reederei Schettino im Oktober 2010 gerügt haben: „Mit einer größeren Aufmerksamkeit und Kenntnis der Dokumente zur Navigation hätte der Vorfall vermieden werden können“, zitiert die Zeitung Angaben des Costa-Personaloffiziers Maurizio Campagnoli. Nach der Havarie der „Costa Concordia“ hatte der 52jährige Schettino angegeben, nicht die richtigen Karten verfügbar gehabt zu haben. Die „Costa Concordia“ war auf einen Felsen gefahren. Die Reederei hatte geantwortet, es sei seine Sache, für die richtigen Karten zu sorgen