Nach Havarie

Costa-Schiff wird von Fischtrawler abgeschleppt

Das nach einem Brand im Indischen Ozean treibende Kreuzfahrtschiff "Costa Allegra" hat Hilfe erhalten. Der Luxusliner mit mehr als 1000 Menschen an Bord wurde von einem französischen Fischerschiff ins Schlepptau genommen.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Ein französisches Fischereischiff hat die vor den Seychellen treibende „Costa Allegra“ in der Nacht zu Dienstag erreicht. Das italienische Kreuzfahrtschiff soll nach Angaben der seychellischen Küstenwache zu einer nahegelegenen Insel abgeschleppt werden.

Die seychellischen Behörden erklärten, es würden Vorbereitungen zur Evakuierung des Schiffes mit mehr als 1000 Passagiere und Besatzungsmitgliedern getroffen. Sie sollen vor der Insel Desroches von Bord gehen und von dort zu der Hauptinsel der Seychellen, nach Mahé, gebracht werden. Der Reederei zufolge dürfte die „Costa Allegra“ Desroches am Mittwochmorgen erreichen.

Nur sechs Wochen nach der Havarie ihres Schwesternschiffs „Costa Concordia“ war auf der „Costa Allegra“ am Montag ein Feuer ausgebrochen. Den Behörden zufolge wurde niemand verletzt, doch seither trieb das 187 Meter lange Kreuzfahrtschiff in den Piratengewässern vor den Seychellen.

Zwei Schlepper waren am Dienstag ebenfalls unterwegs zur „Costa Allegra“, doch sie dürften den havarierten Luxusliner erst am Nachmittag erreichen. Die Schlepper sollen die „Costa Allegra“ begleitet von Küstenwache und Militär zum Hafen der Hauptstadt Victoria bringen.

Passagiere aus der Luft mit Lebensmitteln versorgt

Wie die Reederei Costa Crociere am Dienstag mitteilte, fliegt ein Hubschrauber zur „Costa Allegra“, um die 636 Passagiere und mehr als 400 Besatzungsmitglieder mit Lebensmitteln, Satellitentelefonen und Kurzwellenradios zu versorgen.

Die „Costa Allegra“ trieb etwa 250 Seemeilen südlich der Seychellen. Das Feuer war am Montagvormittag in einem Maschinenraum im Heck ausgebrochen. Wodurch der Brand ausgelöst wurde, war zunächst unklar. Das Feuer verursachte jedoch einen Stromausfall, Licht und Klimaanlage fielen aus, die Schiffsmotoren wurden lahmgelegt.

Am 13. Januar war das ebenfalls zu der in Genua ansässigen Reederei Costa Crociere gehörende Schiff "Costa Concordia" vor der italienischen Insel Giglio mit etwa 4200 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord vor der italienischen Insel Giglio havariert. Mindestens 25 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben, sieben weitere gelten noch als vermisst.

Die wegen ihrer großen Glasfronten auch "Kristallschiff" genannte "Costa Allegra" wurde 1992 gebaut und 2006 renoviert. Das Kreuzfahrtschiff hat 399 Kabinen. Davon sind 13 Suiten, zehn haben einen privaten Balkon. Es ist für 1000 Passagiere und 466 Besatzungsmitglieder ausgelegt. Das Schiff ist 28.597 Tonnen schwer, 187 Meter lang und fast 26 Meter breit. Die „Costa Allegra“ ist mit neun Decks ausgestattet, acht davon sind den Gästen zugänglich. An Bord gibt es drei Restaurants, sechs Bars, zwei Whirl- und zwei Swimmingpools, Wellness- und Fitnesscenter, Sauna, Solarium, einen Jogging-Parcours an Deck sowie Theater, Kasino, Diskothek und einen Kinderclub.