Prozess wegen dreifachen Mordes

"Maskenmann" muss lebenslang in Haft

Der sogenannte Maskenmann muss wegen dreifachen Mordes und mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern lebenslänglich ins Gefängnis. Zusätzlich erkannte das Landgericht Stade die besondere Schwere der Schuld und ordnete eine Sicherungsverwahrung an.

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Wegen dreifachen Mordes und mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Jungen hat das Landgericht Stade den als „Maskenmann“ bekannt gewordenen Serientäter Martin N. zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Die Richter sprachen den 41-Jährigen am Montag schuldig, über Jahre hinweg nachts vermummt in Schullandheime, Zeltlager und Privatwohnungen in Norddeutschland eingedrungen zu sein, um Jungen sexuell zu missbrauchen. Drei seiner Opfer tötete er dabei aus Angst vor Entdeckung.

Das Gericht stellte darüber hinaus die besondere Schwere der Schuld fest. N. musste sich wegen Verbrechen verantworten, die er zwischen 1992 und 2001 beging. Der frühere Jugendbetreuer war erst 2011 nach jahrelanger vergeblicher Suche als der „Maskenmann“ identifiziert und angeklagt worden. Er hatte die drei Morde sowie mehrere Missbrauchstaten gestanden. Mit ihrem Urteil folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte ebenfalls eine lebenslange Haftstrafe beantragt, die Anordnung der Sicherheitsverwahrung sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld allerdings abgelehnt.

Der Pädagoge hatte in Norddeutschland drei Jungen ermordet und zahlreiche weitere missbraucht. Die Polizei hatte jahrelang vergeblich nach dem Serientäter gesucht, den die Medien „Maskenmann“ getauft hatten.

Martin N. war nachts mit einer schwarzen Sturmhaube und dunkler Kleidung getarnt in Häuser, Ferienheime und Zeltlager eingestiegen, um sich an Kindern zu vergehen. Drei Opfer entführte er erst, dann tötete er sie: 1992 den 13-jährigen Stefan, 1995 den achtjährigen Dennis R. und 2001 den neunjährigen Dennis K.

Ein früheres Missbrauchsopfer brachte die Fahnder im vergangenen Frühjahr schließlich auf die Spur von Martin N., der in Hamburg lebte. Im Verhör bei der Polizei gestand er die drei Morde und zahlreiche sexuelle Übergriffe. Vor Gericht wiederholte er später sein Geständnis