Havariertes Kreuzfahrtschiff

Weitere Leichen in der Costa Concordia entdeckt

Nach dem Leichenfund am Vormittag haben Taucher im halb versunkenen Kreuzfahrtschiff Costa Concordia vier weitere Leichen entdeckt. Sieben Passagiere und Crewmitglieder des Kreuzfahrtschiffes werden nun noch vermisst.

Foto: REUTERS

Bergungsteams haben am Mittwochnachmittag weitere vier Leichen im überfluteten Teil der gekenterten „Costa Concordia“ gefunden. Das berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Informationen aus dem Umfeld des Krisenstabes. Die vier Leichen seien nicht weit entfernt von den am Vormittag gefundenen vier Toten gesichtet worden. Sieben Passagiere und Crewmitglieder des Kreuzfahrtschiffes werden nun noch vermisst.

Nach einer Überprüfung der Aussagen von Überlebenden der Havarie über den möglichen Verbleib von Vermissten waren Taucher nach längerer Pause gezielt wieder auf die Suche in dem Wrack gegangen. Die ersten drei am Vormittag gefundenen Toten – ein Kind, eine Frau und ein Mann, wurden im Laufe des Nachmittags geborgen.

Unter den Toten soll auch die fünfjährige Italienerin Dayana Arlotti aus Rimini sein, deren Schicksal in Italien viel Anteilnahme gefunden hatte. Sie war zusammen mit ihrem kranken Vater Williams auf der Kreuzfahrt. Dieser ist unter den Vermissten.

Ansonsten wurde über die Identität der jetzt entdeckten Leichen zunächst nichts bekannt. Sie wurden nach Grosseto in ein Leichenschauhaus gebracht. Vor drei Wochen war das bisher letzte Opfer der Havarie identifiziert worden.

Die Rettungstaucher hatten ihre Suche nach Vermissten im überfluteten Teil des havarierten Schiffs eigentlich schon Ende Januar aus Sicherheitsgründen eingestellt. Nach einer Überprüfung der Aussagen von Überlebenden der Havarie über den möglichen Verbleib von Vermissten waren sie aber nach längerer Pause gezielt auf die Suche gegangen.

Befürchtet wurde unter anderem, dass die Taucher nicht mehr aus dem Wrack herauskommen könnten. Wegen der „schwierigen Bedingungen“ werde auch die jetzige Bergungsaktion „lange“ dauern, erklärte der Zivilschutz.

Das Kreuzfahrtschiff war am 13. Januar vor der toskanischen Insel gekentert. Gegen den Kapitän Francesco Schettino wird wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Havarie und Verlassen des Schiffes während der Evakuierung ermittelt.

17 Leichen wurden bisher geborgen, darunter ist auch ein Mann aus Berlin. Es handelt sich um einen 66-Jährigen aus Berlin-Adlershof. Von seiner 60 Jahre alten Begleiterin fehlt nach wie vor jede Spur. Fünf weitere Deutsche werden noch vermisst.

Sorge bereitete seit dem Unglück auch das Schweröl an Bord, das eine Umweltkatastrophe auslösen könnte. Nachdem schlechtes Wetter wochenlang ein Abpumpen verhinderte, kommen die Arbeiten inzwischen gut voran.