Sachsen-Anhalt

Mädchen in Saale ertrunken - Bruder weiter gesucht

Noch immer gibt es keine Spur von einem in Weißenfels (Sachsen-Anhalt) vermissten Sechsjährigen. Seine Schwester ertrank in der Saale, das ergab die Obduktion.

Das bei Weißenfels in Sachsen-Anhalt tot aus der Saale geborgene fünfjährige Mädchen ist ertrunken. Es seien bei der Obduktion des Leichnams keine Verletzungen festgestellt worden, die auf ein Verbrechen hindeuteten, sagte Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Neufang am Dienstag. Die Suche nach dem sechs Jahre alten Bruder des Mädchens läuft noch. Die beiden Geschwister waren am Sonnabend als vermisst gemeldet worden. Sie kehrten vom Spielen nicht nach Hause zurück.

Für die Suche nach dem Jungen wurden am Dienstag wieder Taucher und ein Hubschrauber eingesetzt, sagte ein Polizeisprecher in Weißenfels. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich dabei erneut auf die Saale zwischen Weißenfels und Bad Dürrenberg.

Die beiden Geschwister wollten am Sonnabend auf einen Spielplatz und werden seitdem vermisst. Die Leiche des kleinen Mädchens wurde in der Nacht zu Sonntag aus dem eiskalten Wasser der Saale geborgen. Laut Polizei gibt es keine Hinweise auf ein Verbrechen. Alles deute auf einen Unfall hin.

Die Polizei schloss nicht völlig aus, dass der Junge noch am Leben sein könnte und sich versteckt hält. Polizeisprecher Jörg Bethmann sagte, wenn der Junge gesehen habe, wie seine Schwester in den Fluss gestürzt sei, könnte er das Unglück auf sich selbst beziehen und denken, dass er Schuld daran trage. „Ich weiß nicht, welche Ängste das Kind hat“, sagte er.

Die Mutter der beiden Kinder wird nach Angaben der Rettungskräfte medizinisch und psychologisch betreut. Die Kinder haben den Angaben zufolge noch drei ältere Geschwister. Der Junge besucht die erste Klasse einer Grundschule, die Schwester ging in eine Kindertagesstätte.

Mutter hat sich um Kinder gesorgt

Bürgeramtsleiter Maik Trauer sagte, die Kinder kämen aus „einfachen sozialen Verhältnissen“. Die Mutter habe sich stets um ihre Kinder bemüht und gesorgt. Wieso das fünfjährige Mädchen und ihr ein Jahr älterer Bruder nur mit leichten Sachen bekleidet waren, war zunächst noch unklar. Die Polizei wollte dazu keine weiteren Details nennen. Die Eltern lebten getrennt. Der Vater wohne unweit der Kinder.