Kälte in Berlin & Brandenburg

Es wird wärmer - kuschelige minus zehn Grad

Berlin friert, Deutschland zittert. Doch es soll wärmer werden und der Schnee kommt. In Niedersachsen hat die Kälte ein Todesopfer gefordert. Auch in Polen und Tschechien stieg die Zahl der Todesopfer weiter.

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Nach der kältesten Nacht des Winters mit Tiefsttemperaturen von bis zu minus 24 Grad in der Nacht zum Montag hat sich der strenge Frost in Berlin und Brandenburg etwas abgeschwächt. In der Nacht zum Dienstag sanken die Temperaturen in der Region nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Potsdam nur noch bis auf minus 18 Grad. Am Tag sollen die Höchsttemperaturen nicht mehr unter minus zehn Grad sinken. Allerdings gibt es im Süden Brandenburgs vereinzelt etwas Schnee. In der Nacht zum Mittwoch wird es dann nicht mehr so kalt, am Donnerstag gibt es mit bis zu minus vier Grad nur noch leichten Frost.

In anderen Regionen Deutschlands fielen die Temperaturen in der Nacht zum Dienstag auf um die minus 25 Grad. Rekordwerte waren nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aber meist nicht dabei. In Nordrhein-Westfalen brachte es die Kälte auf Temperaturen bis zu minus 22,5 Grad (in Nettersheim) – was zumindest in NRW nach Messungen des Wetterdienstes Meteomedia für die bislang kälteste Nacht sorgte.

In Niedersachsen gab es einen Kältetoten: Ein 75-jähriger Rentner war bereits vergangene Woche auf einem Feldweg zwischen Husum und Brokeloh in eisiger Kälte gefunden worden. Eine Obduktion habe Unterkühlung als Todesursache ergeben, sagte eine Polizeisprecherin.

Auf den Straßen in Deutschland ist der ADAC derzeit im Dauereinsatz . In Mecklenburg-Vorpommern haben die Pannenhelfer bei sibirischer Kälte derzeit fast viermal so viel zu tun als sonst. Die Zahl der Einsätze stieg auf bis zu 811 Hilfseinsätze am Tag, davon 85 Prozent wegen defekter Batterien, teilte der ADAC Hansa am Dienstag in Schwerin mit. Normal seien im Jahresdurchschnitt täglich etwa 225 Einsätze. Am Stettiner Haff im Nordosten des Bundeslandes war am Montag der Rekordwert von minus 29 Grad gemessen worden.

Von Osten aufgezogene Bewölkung habe das Thermometer aber nicht noch weiter fallen lassen. Am Dienstag werde tagsüber vielerorts wegen der Bewölkung die Sonne nicht scheinen, sagte die Meteorologin Dorothea Paetzold. Dadurch könnten die Temperaturen am Tag „noch mal weit runter gehen“. In Nordrhein-Westfalen erwartet Meteomedia für Mittwoch und Donnerstag wieder ein Ansteigen der Temperaturen auf bis zu null Grad.

An Flucht vor der Kälte denken in Deutschland allerdings nur wenige. Trotz der Rekordtemperaturen würden die Menschen nicht scharenweise in den Kurzurlaub in die Sonne fliegen. „Es gibt sicherlich ein paar Menschen, die sich spontan für einen Trip in die Sonne entschieden haben, aber in den Buchungszahlen schlägt sich das nicht signifikant nieder“, erklärte Torsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbandes (DRV) am Dienstag in Berlin.

In Polen stieg die Zahl der Kältetoten ebenfalls. In der Nacht zu Dienstag erfroren sechs meist obdachlose Menschen, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums in Warschau mit. Damit starben seit Beginn der Kälteperiode allein in Polen 68 Menschen an den Folgen der Kälte. In Tschechien stieg die Zahl der Kältetoten seit Beginn der Kälteperiode auf 20.

In einer Prager Kleingartenkolonie fanden Polizisten am Dienstag die Leiche eines 44 Jahre alten Obdachlosen. Die tiefste Temperatur wurde zuletzt mit minus 24,8 Grad in Sindelova (Schindlwald) im westlichen Erzgebirge gemessen. Bei spiegelglatter Fahrbahn kam es im ganzen Land zu zahlreichen Verkehrsunfällen. In der Gemeinde Kasejovice in Westböhmen rutschte ein Lastwagen in ein Wohnhaus.

Mit Temperaturen um minus 14 Grad war es in Polen am Dienstag zwar nicht mehr so kalt wie in der vergangenen Woche. Mehrere Schulen vor allem in ländlichen Regionen blieben jedoch geschlossen, weil Heizungsrohre in der Dauerkälte kaputt gingen.