Jubiläum

Jauch sucht zum 1000. Mal einen Millionär

Am Freitagabend wird die 1000. Folge der RTL-Quizshow "Wer wird Millionär?" ausgestrahlt. Der Erfolg der Sendung liegt nicht zuletzt an ihrem Moderator: Günther Jauch.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Das Glück, wir wussten es immer, ist mit den Mutigen: Seit Beginn der RTL-Aufzeichnungen am 3. September 1999 gab es in der Sendung „Wer wird Millionär?“ keinen einzigen Kandidaten, der sich an die Millionenfrage herangetraut und diese falsch beantwortet hätte.

Dass ein solcher Gewinn es jedoch auch in sich haben kann, weiß der erste Sendungsmillionär zu berichten. Professor Eckhard Freise erhielt im Jahr 2000 seine Million zwar noch in Deutscher Mark, unter den Spätfolgen seines Erfolgs hat der heute 67-Jährige trotzdem noch immer zu leiden.

So werde er „bis heute erkannt“, gibt er zu Protokoll. Und weil die nun zum anstehenden Sendungsjubiläum von „Wer wird Millionär?“ wieder aufkeimende Aufmerksamkeit an seiner Person ihm gar so schmeichelt, legt er noch nach: „Keine Frage: RTL rückt die Million nicht mehr so schnell raus.“

Die 1000. Sendung des viel gesehenen Formats wird Günther Jauch am Freitagabend, nun ja, wegmoderieren. Zwar ist es nur ein Jubiläum, beachtlich allerdings die Tatsache, dass die Sendung auch im 13. Jahr nach ihrer deutschen RTL-Erstausstrahlung noch immer funktioniert. Und die Frage nach der Funktionsfähigkeit, das ist für den erfolgreichsten deutschen Privatsender RTL in erster Linie die nach der Quote.

Die stimmt auch in Zeiten harter Konkurrenz noch. So schalteten vergangenen Januar durchschnittlich 6,25 Millionen Zuschauer ein. Das bislang quotenstärkste Jahr 2001 bescherte Jauch im Schnitt 9,75 Millionen Zuschauer pro Folge, was selbst den sonntäglichen „Tatort“ in den Schatten stellt.

Jauch hält sein Versprechen

Vom Erfolgsformat abgekupfert wurde freilich viel in all den Jahren. Nahezu jeder Kanal, der etwas auf sich hält, versuchte sich an der kunstvollen Adaption des ursprünglich aus England stammenden Erfolgskonzepts „Who Wants To Be A Millionaire?“. Zur Folge hatte das, dass nicht nur ein Kritiker die grassierende Quizshow-Kultur im deutschen Fernsehen monierte. Am Original, selbstverständlich, perlte jegliche Kritik regelmäßig ab.

So alt wie die Quizshow selbst freilich ist auch die Frage, wer denn prinzipiell das Zeug dazu hat, als Kandidat in diesem medialen Zirkus letztendlich zu reüssieren. Eine „empirische Analyse der Erfolgsdeterminanten“ verspricht eine wissenschaftliche Arbeit. Auffallend ist, so die Autoren, dass die Millionäre eine sehr heterogene Gruppe darstellen. Von der Medizin-Doktorin über Studenten bis hin zu Personen ohne akademischen Bildungshintergrund sind alle vertreten. Jauch also hielt, was er in seiner ersten Sendung versprochen hatte, nämlich dass es spannend und unberechenbar werde.

Zur Jubiläumssendung verspricht Günther Jauch schon jetzt das Stellen der Millionenfrage. Ob Werbegag oder nicht: Fest steht, dass die Gewinnsumme diesmal Hilfsprojekten zugute kommen soll, vier „Helden des Alltags“ werden sich im Fernsehen duellieren.

Die 1000. Sendung "Wer wird Millionär?" feiert RTL mit einer Doppelfolge am Freitag, 3. Februar 2011, ab 20.15 Uhr