Mädchenleiche am Kap Arkona

"Das ist Katharina"

Auf Rügen ist offenbar die Leiche der seit Weihnachten vermissten Katharina gefunden worden. Das zehnjährige Mädchen wurde bei einem Erdrutsch verschüttet. Die Leiche wird noch obduziert, Putgartens Bürgermeister allerdings ist sicher, dass es sich um das vermisste Kind handelt: „Wir sind erleichtert, dass wir der Mutter sagen können, wir haben sie gefunden."

Foto: dpa / dpa/DPA

Einen Monat nach dem tödlichen Steilküstenabbruch am Kap Arkona ist die Leiche der zehnjährigen Katharina aus Brandenburg gefunden worden. Am Morgen sei die angespülte Leiche des Mädchens unweit der Unglücksstelle entdeckt worden, sagte ein Polizeisprecher in Stralsund. Aufgrund der Umstände sei davon auszugehen, dass es sich um das seit Weihnachten vermisste Mädchen handelt. Die Identität müsse jedoch erst noch durch einen Gerichtsmediziner bestätigt werden.

Der Bekleidung nach handle es sich eindeutig um das seit Weihnachten vermisste zehnjährige Mädchen aus Brandenburg, sagte Putgartens Bürgermeister Ernst Heinemann (Bündnis für Rügen): "Das ist Katharina.“Er sei beim Bergen des Leichnams dabei gewesen und habe das Kind erkannt. „Wir sind erleichtert, dass wir der Mutter sagen können, wir haben sie gefunden.“

In der Nacht zum Dienstag herrschte Ostwind, der die Leiche an- oder freigespült haben könnte. Kriminalisten sicherten die Spuren. Die Staatsanwaltschaft Stralsund hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Mitarbeiter des Fördervereins Kap Arkona hatten den Leichnam am Morgen während eines täglichen Kontrollgangs auf dem Strand entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt habe schwerer Sturm geherrscht, sagte Heinemann. Es sei unklar, ob die Leiche des Kindes verschüttet und freigespült oder ob sie von den bis zu einen Meter hohen Wellen vom Meere aus an Land getrieben worden sei. Die Angehörigen des Mädchens seien benachrichtigt worden, sagte Heinemann.

Bei dem Unglück am zweiten Weihnachtstag waren die aus Plattenburg in der Prignitz (Brandenburg) stammende Katharina, ihre Schwester und ihre Mutter bei einem Strandspaziergang unterwegs, als es zu einem Erdrutsch kam und ein Teil der 38 Meter hohen Steilküste - Tausende Kubikmeter Erde und Kreide - abstürzte. Die Mutter und die 15-jährige Tochter wurden verletzt, Katharina wurde verschüttet und starb.

Trotz mehrtägiger Suche durch zeitweise über 150 Einsatzkräfte von Feuerwehren und Technischem Hilfswerk (THW) konnte das Mädchen nicht gefunden werden. Die Suche musste mehrmals unterbrochen werden. Erst wegen Sturm und Regen, dann kam ein Erdrutsch hinzu, schließlich erschwerte eine Sturmflut die Anfahrt eines Spezialbaggers. Die Suche nach dem Kind war zwei Wochen nach dem Unglück ergebnislos abgebrochen worden.

Trotz des Einsatzes von Leichenspürhunden und Spezialgerät hatten Helfer keine Spur des Kindes finden können. Seinerzeit war bereits vermutet worden, der Körper des toten Kindes könnte beizeiten angeschwemmt werden. Katharina ist die erste Tote bei einem Küstenabbruch an der Nordspitze Rügens, insgesamt starben sei 1936 drei Menschen bei Steilküstenabbrüchen auf der Insel.

Die Staatsanwaltschaft Stralsund hat die weiteren Ermittlungen übernommen. „Es spricht vieles dafür, dass es sich bei der Leiche um das zehnjährige Mädchen handelt“, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Lechte. Die Leiche werde geborgen und rechtsmedizinisch untersucht. Dabei würden die Zähne und die DNA abgeglichen. Ergebnisse zur Identität der Leiche würden frühestens am Mittwochnachmittag vorliegen.

"Es spricht vieles dafür, dass es sich bei der Leiche um das zehnjährige Mädchen handelt“, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Lechte. Die Leiche werde geborgen und rechtsmedizinisch untersucht. Dabei würden Gebiss, DNA und die gefundenen Kleidungsstücke abgeglichen. Die Identität der Leiche werde frühestens am Mittwochnachmittag feststehen. „Wir führen jetzt ein normales Todesermittlungsverfahren durch“, erklärte Lechte.