Costa Concordia

Entschädigung - Wer nicht klagt, kriegt 11.000 Euro

Zwei Wochen nach der Havarie der „Costa Concordia" hat die Reederei mit Verbraucherverbänden eine Pauschalentschädigung ausgehandelt. Neben den 11.000 Euro pro Passagier sollen auch Reisekosten und Ausgaben für medizinische Zwecke bezahlt werden.

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Nach dem Unglück der „Costa Concordia“ hat der Kreuzfahrtanbieter Costa Crociere den Passagieren des Schiffes jeweils 11.000 Euro für verloren gegangenes Gepäck und erlittene Traumata angeboten. Zudem wolle die Linie den Passagieren den vollen Preis ihrer Kreuzfahrt sowie die nach dem Unglück entstandenen Reisekosten und Ausgaben für medizinische Zwecke zurückerstatten, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Die Entschädigung soll den Angaben zufolge auch für Kinder bezahlt werden, die kostenlos dabei gewesen seien, so dass ein Ehepaar mit zwei Kindern 44 000 Euro erhalten würde. Der Reederei sei daran gelegen gewesen, das durch die Havarie entstandene Image nicht noch weiter zu verschlechtern, meinte die römische Tageszeitung „La Repubblica“ am Freitag. Die Havarie werde die Reederei Costa Crociere alles in allem Hunderte von Millionen Euro kosten.

Diese Summe für verlorene Wertgegenstände, Gepäck, seelische Beeinträchtigung durch die Havarie und den für die Kreuzfahrt bezahlten Preis „liegt über den Entschädigungsgrenzen internationaler Vereinbarungen und der gültigen Gesetze“, erläuterte teilte der italienische Reiseindustrieverband Astoi Confindustria, der die Verhandlungen koordiniert hatte.

Am Donnerstag hatte Costa Crociere, eine Tochter des US-Unternehmens Carnival, noch mit italienischen Verbraucherschützern verhandelt, die mehr als 3.200 Passagiere aus 61 Ländern – die bei dem Unglück am 13. Januar keine körperlichen Schäden davontrugen – vertreten. Darunter waren rund 560 Deutsche. Es steht Passagieren und Besatzungsmitgliedern frei, rechtliche Schritte einzuleiten, wenn sie mit dem Angebot nicht zufrieden sind.

Acht Deutsche noch vermisst

Unterdessen sollte am Wrack der „Costa Concordia“ weiter nach den Vermissten des Schiffsunglücks vom 13. Januar gesucht werden. Gleichzeitig wollten die Bergungsexperten des Unternehmens Smit letzte Vorbereitungen für das von Sonnabend an geplante Abpumpen der etwa 2300 Tonnen Treibstoff auf den Schiffstanks abschließen.

Bisher sind insgesamt vier Opfer aus Deutschland identifiziert. Unter den Toten waren ein 72-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen und ein 66-Jähriger aus Berlin sowie ein 74 Jahre alter Mann aus Hessen und eine 52-jährige Frau aus Bayern, wie die zuständigen Polizeidienststellen mitteilten. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes werden acht weitere Bundesbürger vermisst.

An Bord des Kreuzfahrtschiffs waren etwa 4.200 Menschen. Bis Donnerstag wurde der Tod von 16 Menschen bei dem Unglück bestätigt. Zuletzt wurde am 15. Januar ein Mensch lebend von der „Costa Concordia“ geborgen.