Dschungelkolumne

Die Jammercamper flehen bei Zuschauern um Gnade

Vincent hadert, das Ailton kann nicht mehr, Radost hat den Blues, und Jazzy will sich den Weg zum Thron freitexten. Die RTL-Zuschauer schicken Drama-Ramona nach Hause.

Foto: RTL/Stefan Menne

Nachdem Oberheulsuse Daniel Lopes als erster Insasse von den Zuschauern hinausgewählt wurde, will auch Magier Vincent – seit Tagen auf kaltem Nikotinentzug – zu Fluppen und Raben nach Hause. „Das Ailton“ ist kurz davor, sich selbst auszuwechseln, denn bei ihm ist „alles Schmerz“. Und auch Radost Bokel hat den Blues: „Ich will zu meinem Mann jetzt!“ Liebevoll bepinselt sie sich vor Sehnsucht die Arme mit der tiefgründigen Botschaft „I love my family“.

Eine scheint nur darauf zu lauern, dass jemand den Gedanken, das Lager zu verlassen, laut ausspricht: „Tic Tac Toe“-Jazzy stellt sich als Sprachrohr bereit. Vollkommen uneigennützig natürlich. „Ailton möchte sagen, dass er geht“, posaunt sie hinaus.

Drama-Ramona kann sich selbst nicht mehr fühlen

Und auch für Radosts Zweifel hat sie tiefstes Verständnis: „Schatz, du musst machen, was du für richtig hältst!“ Ist das eine besonders perfide Methode, ihre eigenen Chancen auf den Dschungelthron zu erhöhen?

Ramona Leiß macht derweil das, was sie immer macht: Drama. Sie kann „sich selbst nicht mehr fühlen“, rennt deshalb kopflos aus dem Lager und wirft sich einem wildfremden Mann (der in der Einöde im australischen Hinterland herumsteht?) an den Hals.

Zurück im Camp will sie erklären, warum sie denn so ist, wie sie ist. Da ihr auf die Schnelle nichts Besseres einfällt, bemüht sie die gute alte freudsche Kindheitsnummer. Die war bei ihr nämlich überbehütet. „Ich bin aufgewachsen wie ein kleines Püppchen“, sagt sie. Wo da der Zusammenhang zu ihren diktatorischen und schizophrenen Anwandlungen besteht, wird nicht so richtig klar.

Dagegen kann Brigitte Nielsens Lebensbeichte natürlich abstinken: Fünf Tage Koma wegen Pillen und Alkohol, 13 Jahre Sucht und ungesunde Beziehungen zu Männern – was ist das schon gegen die schwere Bürde einer überbehüteten Kindheit?

Die wurde dem verstoßenen Ochsenknecht-Sohn Rocco ja zum Glück erspart, deshalb fühlt er sich jetzt in der psychischen und physischen Verfassung, die neunte Dschungelprüfung zu bestreiten.

Natürlich muss auch Herzblatt Kim mit. Gemeinsam stellen sie sich der neuesten RTL-Geschmacklosigkeit, dem Dschungel-Friedhof: Abwechselnd müssen sie Särge ausbuddeln und sich hineinlegen – in Gesellschaft von Schlangen, Spinnen, Mehlwürmern und beißenden, grünen Ameisen.

„Ramona, zum Abschied sag ich dir Good-bye“

Die beiden sind durch neun Tage Dauerturteln ein eingespieltes Team und holen alle Sterne. Einer wird wegen einer kleinen Schummelei aberkannt. Das bedeutet: reichlich Essen für die verbleibenden Kandidaten.

Doch nicht einmal das kann Fußballdickerchen Ailton jetzt noch aufheitern. Er will raus. Vincent auch. Minutenlang flehen sie die Zuschauer an, nicht für sie zu voten, damit sie das Höllencamp endlich verlassen dürfen – und trotzdem die komplette Gage einstreichen können.

Doch bösartig, wie RTL-Gucker nun mal so sind, rufen sie jetzt erst recht an. Die beiden kommen souverän weiter. Zittern müssen Radost und Ramona. Kaum hat sie fünfunddreißig Mal „I mog nimma“ gesagt, ist die Leiß dann auch schon raus. Wie überaus schade – oder um es mit den Worten von den „Blue Diamonds“ zu sagen: „Ramona, zum Abschied sag ich dir Goodbye“...

Hier erfahren Sie noch mehr über das Dschungelcamp 2012.