Dschungelcamp – Tag 6

"Kleine Romanz" und große Emanzipation im Busch

Im Dschungelcamp sagen die Damen, wo's langgeht: Ramona steuert, Kim kuschelt den starken Rocco – und Ailton muss "Arbeit für Frau" verrichten.

Kaum kommt die Sonne heraus, steigt die Stimmung im australischen Busch. Nur Ailton ist beleidigt: Er muss wegen seiner Pinkel-Posse niedere Frauendienste verrichten.

Die Dschungel-Promis erweisen sich als wetterfühlig wie alte Weiber: Kaum kommen nach drei Tagen Dauerregen kurz ein paar wärmende Strahlen heraus, ist alles supi. Sogar Daniel Lopes, der noch am Tag zuvor damit drohte, das Camp vorzeitig zu verlassen, es am Ende dann aber (leider) doch nicht tat, scheint die Sonne direkt ins Herz: „Mir geht‘s heute so, so gut!“ Und auch Micaela Schäfer hüpft im Urwaldtümpel vor Freude. Endlich hat sie wieder einen triftigen Grund, sich komplett nackt zu machen – nicht, dass sie den bräuchte. Sie hüpft, ihre Brüste bewegen sich keinen Millimeter. Irgendwie gruselig.

Zwei Kandidaten ist es reichlich egal, ob es nun regnet, stürmt, hagelt oder schneit: Sie haben sowieso nur Augen füreinander. Ein zartes Pflänzchen unschuldiger Zuneigung hat sich entwickelt zwischen Rocco Stark und Kim Debkowski. Ständig suchen sie die Nähe des anderen, kichern, kuscheln und umarmen sich. „Vielleicht eine kleine Romanz in die Camp?“, fragt Ailton. Und auch Brigitte Nielsen hakt nach: „Bist du beide ein wenig verliebt?“ „Ja, ich bin ein bisschen in Kim verliebt“, gesteht Rocco. Warum seine Angebetete darauf „Jetzt lüg‘ nicht!“ antwortet, wissen nur die beiden Turteltäubchen selbst. Brigitte freut sich jedenfalls über die „Liebessuppe“. Und wir auch. Hach, wie schön.

Die Quoten sind stabil trotz Promi-Flatulenzen

Zuschauen dürfen, wie sich ein neues Y-Promi-Traumpaar findet und sich eine Liebe für die Ewigkeit entwickelt: Ist es das, was so viele Zuschauer an „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ fasziniert? Fakt ist: die Quoten sind stabil. Der fünfte Dschungel-Tag bescherte RTL 41,8 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen, insgesamt schalteten am Dienstag 6,2 Millionen ein, um alles über die Flatulenzen der semi-berühmten Insassen zu erfahren. „Ich bin ein Star“-Gucken ist nicht mehr peinlich. Jedenfalls nicht mehr so sehr.

Angeblich entdecken in der sechsten Staffel endlich auch die Werbekunden das Dschungelcamp für sich. Doppelt so hoch ausgelastet sei man wie im vergangenen Jahr, bestätigt heute RTL-Vermarkter „IP Deutschland“ gegenüber dem Branchenportal „W&V“. Noch 2011 munkelte man von 500.000 Euro Verlust pro Folge. Am besten buchen übrigens Firmen für Ernährung und Körperpflege. Verkaufen sich diese Produkte angesichts Buschschweinsperma trinkender, stinkender Kandidaten wohl besonders gut?

Ailton gibt das Kommando zum Abwurf

Apropos stinkende Promis: Ex-Moderatorin Ramona muss am zweiten Tag in Folge eine fiese Dschungelprüfung über sich ergehen lassen. Gemeinsam mit Ailton tritt sie zu einem „Ein Fall für Zwei“ an: Durch eine blickdichte Brille vorübergehend des Augenlichts beraubt, muss sie das an einem Kran hängende Fußball-Dickerchen über einen trüben See voller Seeschlangen und Aale navigieren. Über im Wasser schwimmenden Sternen gibt er das Kommando zum Abwurf.

Erschwert wird die Angelegenheit durch Wagenladungen von Schleim und Ekelgetier, die der beinharten Ramona dabei über den Kopf geschüttet werden. Am Ende holt man wegen gewisser Verständigungsschwierigkeiten nur fünf Essensrationen fürs Team.

Übrigens: Martin Kesici und Ailton, die in der fünften Sendung als Wildpinkler überführt wurden, bekommen jetzt ihre verdiente Strafe. Drei Tage lang müssen sie für alle den Spüldienst übernehmen. Besonders der brasilianische Fußballgott hat an dieser Entscheidung schwer zu knabbern: „Das ist Arbeit für die Frau!“

Dieser Satz wird als erster und einziger korrekter deutscher Satz von Ailton in die Dschungel-Annalen eingehen. Das kann kein Zufall sein.