Dschungelcamp – Tag 5

"Ich denke, das nicht so dramat Situation"

Pipi-Posse um Ailton, ein Rücktritt vom Rücktritt und eine gereizte Teamchefin: Die Bewohner des Jammercamps befinden sich am fünften Tag im emotionalen Ausnahmezustand.

Faszination Dschungelcamp: Immer wenn man denkt, die Talsohle ist erreicht, geht es noch weiter abwärts mit dem Niveau. Und noch weiter. Um das gleich klarzustellen: Am fünften Tag „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ waren fast ausschließlich Darmprobleme, ein Pinkelstreit und Buschschweinsperma. Nur damit hinterher keiner sagen kann, man hätte ihn nicht gewarnt!

Offenbar drückt nicht nur der anhaltende Regen, sondern auch der sich wegen des ungewohnten Essens nicht entleeren wollende Ausscheidungsapparat aufs Gemüt der Dschungelcamper. Die Stimmung: im wahrsten Sinne des Wortes besch***. Besonders Jazzy, die nach eigenen Angaben „nicht auf die Toilette gehen“ kann, weil „da keine Luft rauskommt“, ist nicht zu Scherzen aufgelegt.

Die Luft ist raus

Was hinten nicht raus kommt, das muss wohl vorne entweichen: Die 36-Jährige stellt als neu gewählte Teamchefin erst einmal einige Dinge klar – um es sehr euphemistisch auszudrücken. Wichtigste Regel von Drill Instructor Jazzy: „Don‘t talk about Bullshit, because I don‘t wanna have Bullshit.“ Sollten sich wirklich alle Urwald-Promis daran halten, würde es sehr still im australischen Dschungel werden.

Dabei könnte Jazzy selbst für bessere Stimmung sorgen: Schließlich verdankt sie ihre „Karriere“ der Hymne zum Tag: „Ich find dich scheiße“. Würde sie die in alter „Tic Tac Toe“-Manier rappen, würde das sicher zur allgemeinen Belustigung beitragen. Aber auch so ist irgendwann die Luft aus ihrer miesen Stimmung raus: „Ich hab gepupst – herrlich!“, verrät sie freudestrahlend.

Wer jetzt denkt, das wäre alles gewesen, was RTL an diesem fünften Dschungelabend für uns an Fäkal-Themen vorbereitet hat, der irrt gewaltig. Denn irgendjemand hat nachts heimlich ins Lager gepinkelt. Die Kameras haben natürlich alles gestochen scharf drauf. Doch die Übeltäter sollen sich selbst stellen: „Wer war das? Icke und wer noch?“, outet sich Rocker Martin Kesici.

Ailton, der auf den Nachtaufnahmen anhand seiner unverwechselbaren Figur (Hals fehlt!) einwandfrei zu erkennen ist, stellt sich erst einmal dumm. Erst nach mehrmaliger Androhung drakonischer Strafen, deutet er an, dass ihm da eventuell doch dieser kleine Fehler unterlaufen sein könnte. Richtig verstehen tut er die Aufregung aber nicht: „Ich denke, das nicht so dramat Situation.“

Drama-Daniel droht mit Rücktritt

Recht hat er: Viel mehr Drama liefert Daniel Lopes. Wieder einmal. Von RTL mit herzzerreißender Musik unterlegt erzählt er schluchzend, wie sehr er seinen Sohn vermisst und dass er, wegen seines großen Schuldenbergs, keine eigene Wohnung hat und den Fünfjährigen deshalb nicht sehen darf. Das scharfzüngige Moderatoren-Duo Sonja Zietlow und Dirk Bach fühlt sich deshalb als Wohltäter: „Fünf Nächte im gleichen Bett, das ist schon fast wie sein erster fester Wohnsitz.“

Doch der DSDS-Siebte ist wenig dankbar dafür und möchte „nach Hause“ – wo auch immer das dann sein mag. Er lässt sich bitteln und betteln, verlässt nach zahlreichen Umarmungen das Camp und heult ein wenig ins Dschungel-Telefon. Nur um wenig später wieder fröhlich grinsend ins Lager einzumarschieren. Nicht nur Micaela Schäfer fragt sich da: „Was soll das?“ Sie hat aber auch gleich die Erklärung parat: „Er braucht vielleicht Aufmerksamkeit.“ Wer sollte das besser verstehen als sie?

Ein ganz anderes Problem hat Ex-Moderatorin Ramona Leiß. Sie muss sich gemeinsam mit Rabenzauberer Vincent Raven der Dschungelprüfung stellen und ist schrecklich aufgeregt. Zum Glück hat sie aber nur mit Dingen ein Problem, die mit „Ekel, Angst und Enge“ zu tun haben. Da kommt ja kaum etwas in Frage.

Letztendlich schlägt sie sich ganz gut: Tapfer würgt sie Delikatessen wie pürierte Käsefrucht, Eingeweide von der Meeräsche und Schweineanus hinunter – und das in rauen Mengen. Auch der Raven schluckt fast alles brav. Vom Buschschweinsperma könnte er nach eigenen Angaben sogar „drei Liter saufen“. Insgesamt holen sie neun Essensrationen fürs Team.

Nach all den Ekel-Themen noch etwas Romantik zum Schluss: Die dauernackte Micaela hat endlich einen „Stecher“ gefunden. Nein, Ailton ist dieses Mal unschuldig . Ehrlich. Ein nicht näher bekanntes Tier hat sie in den Oberschenkel gestochen. Für Dirk Bachs Vorschlag, sich zum Schutz etwas anzuziehen, hat sie trotzdem nur ein einziges, verächtliches Wort übrig: „Nein.“ Sehr konsequent, die Frau. Bewundernswert.