Augsburg

Polizistenmord – Tochter von Tatverdächtigem in Haft

Die Tochter eines der mutmaßlichen Täter hortete Kalaschnikow-Schnellfeuergewehre und scharfe Handgranaten. Sie muss nun vor den Haftrichter.

Im Fall des Augsburger Polizistenmords hat es eine dritte Festnahme gegeben.

Nach Informationen der „Augsburger Allgemeinen“ wurde die Tochter des mutmaßlichen Mörders Raimund M. am Dienstag mit einem Haftbefehl festgesetzt. Bei ihr waren Anfang Januar drei Kalaschnikow-Schnellfeuergewehre und acht scharfe Handgranaten gefunden worden, die ihr Vater und dessen ebenfalls unter Mordverdacht stehender Bruder Rudi R. dort versteckt haben.

Nach Informationen aus Ermittlerkreisen wird der jungen Frau ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen. Sie soll am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden. Eine Beteiligung am Polizistenmord steht für die Ermittler nicht im Raum. Es soll geklärt werden, wie viel sie über die Waffen wusste.

Polizeiseelsorge hat regen Zulauf

Auch knapp drei Monate nach dem Polizistenmord von Augsburg suchen viele bayerische Beamte die Hilfe von Polizeiseelsorgern.

„Das Thema ist nicht nach ein paar Wochen abgeschlossen“, sagte der katholische Landespolizeidekan Andreas Simbeck der Nachrichtenagentur dpa in München. „Das ist der Super-GAU innerhalb der Polizei, wenn ein Beamter ermordet wird.“ Auch Polizisten, die das Opfer nicht gekannt hätten, wandten sich an die Seelsorger. Die Identifikation mit dem Kollegen sei sehr groß. „Man spricht nicht umsonst von der sogenannten Polizeifamilie“, sagte Simbeck, der selbst Polizeiseelsorger ist.