Kreuzfahrt-Katastrophe

"Concordia" – Vermisst gemeldete Deutsche lebt

Nach dem "Concordia"-Unglück ist eine vermisst gemeldete Deutsche wieder aufgetaucht – in Deutschland. Insgesamt wird noch nach 21 Menschen gesucht.

Eine nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ als vermisst gemeldete Deutsche lebt. Sie sei in Deutschland ausfindig gemacht worden, teilten die Behörden in der italienischen Stadt Grosseto am Mittwoch mit. Gertrud G. habe sich bei den deutschen Behörden gemeldet, sagte der Präfekt von Grosseto, Giuseppe Linardi.

Der Name der Deutschen sei am Abend von der offiziellen Vermisstenliste gestrichen worden. Damit gelten noch 21 Menschen nach dem Schiffsunglück vor der toskanischen Küste als vermisst.

Die Suche nach Eingeschlossenen ist am Mittwoch ins Stocken geraten. Aus Sicherheitsgründen wurde der Einsatz am Mittwoch unterbrochen, weil das Wrack weiter abgesunken war und in die Tiefe zu rutschen drohte. Nach einer ersten Vernehmung äußerte eine Untersuchungsrichterin harsche Kritik am Verhalten des Kapitäns Francesco Schettino.

Der 52-Jährige selbst erzählte eine neue Variante des Geschehens in der Unglücksnacht. Demnach fiel er versehentlich in ein Rettungsboot, als er bei der chaotischen Rettungsaktion an Bord strauchelte. Derzeit gelten noch 21 Menschen als vermisst, mindestens Deutsche sollen dabei sein. Bisher wurden zwölf Leichen geborgen.

In Deutschland rechnen Versicherer mit Millionenschäden. Der Umweltverband Legambiente sprach schon von bedeutenden Schäden für die Natur vor der toskanischen Insel Giglio als Folge der Lösungsmittel, Schmieröle, Lacke und Reinigungsmittel an Bord. Die Unglücksstelle liegt mitten im Pelagos-Meeresschutzgebiet. Das ist das wichtigste Walschutzgebiet im Mittelmeer.

Italiens Umweltminister Corrado Clini befürchtet, dass eine Sturmflut das Schiff untergehen lassen könnte. Es gebe in der Nähe des Schiffes im Meer einen Abhang, der bis zur Tiefe von 50 bis 90 Metern führe, sagte Clini am Mittwoch im Parlament.