"Costa Concordia"-Tragödie

Medien melden erstes deutsches Todesopfer

Nach Informationen des italienischen Staatsrundfunks ist beim "Costa Concordia"-Drama mindestens ein Deutscher gestorben. Opfer bereiten rechtliche Schritte vor.

Foto: dpa / dpa/DPA

Bei der Schiffskatastrophe vor der toskanischen Küste soll mindestens ein Deutscher ums Leben gekommen sein. Nach Informationen des italienischen Staatsrundfunks RAI handelt es sich bei dem Toten um den Mann, der gestern als sechstes Opfer geborgen wurde.

Nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ werden nach italienischen Angaben noch 29 Menschen vermisst, darunter 14 Deutsche. Das Auswärtige Amt in Berlin spricht derzeit von zwölf vermissten Deutschen – konnte die Information über den toten Mann aber nicht bestätigen.

Im Krisenstab lägen Vermisstenmeldungen von zwölf deutschen Staatsangehörigen vor, sagte eine Sprecherin des Außenamts am Dienstag in Berlin. Fünf Personen kämen aus Hessen, jeweils zwei aus Berlin, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen und eine Person aus Bayern.

„Weiteren Hinweisen auf Personen, deren Verbleib noch nicht geklärt werden konnte, wird mit Hochdruck nachgegangen“, betonte die Sprecherin. Der Krisenstab und die deutsche Botschaft in Rom seien um Aufklärung bemüht und weiterhin zur Betreuung von Betroffenen und Angehörigen „rund um die Uhr erreichbar“.

Die anderen Vermissten seien sechs Italiener, vier Franzosen, zwei US-Bürger sowie je ein Staatsangehöriger aus Ungarn, Indien und Peru. Das teilte der Zivilschutz am Dienstag mit. Vier von ihnen gehörten zur Besatzung.

10.000 Euro Entschädigung

Mehr als als 70 Passagiere des havarierten Kreuzfahrtschiffes wollen jetzt gegen die Betreibergesellschaft vorgehen. „Unser Ziel ist es, jedem Passagier eine Entschädigung von mindestens 10.000 Euro für den entstandenen materiellen Schaden, die ausgestandene Angst, die ruinierten Ferien und die ernsthaften Risiken zukommen zu lassen“, erklärte der Chef des italienischen Verbraucherschutzverbands Codacons, Carlo Rienzi. Der Verband hatte die Klage angestoßen.

Die Klage müsse nun von der Justiz zugelassen werden, dies könne einige Monate dauern, sagte der stellvertretende Codacons-Vorsitzende Marco Ramadori. Angesichts des offenkundigen Schadens sei er zuversichtlich, dass die Klage angenommen werde. Die Kreuzfahrtgesellschaft "Costa Crociere" könne jedoch versuchen, eine außergerichtliche Einigung mit den Passagieren zu erzielen. Angesichts der „langsamen“ italienischen Justiz sei eine solche Einigung zu bevorzugen, sagte Ramadori.

Das Kreuzfahrtschiff war am Freitag vor der westitalienischen Küste auf Grund gelaufen. Der Kapitän wurde in Untersuchungshaft genommen.

Ihm wird vorgeworfen, absichtlich viel zu nah an der Insel Giglio entlanggefahren zu sein. Die Behörden hatten nur noch wenig Hoffnung, Überlebende zu finden. Alle über Wasser liegenden Bereiche des teilweise versunkenden Wracks seien durchsucht worden, teilte die Feuerwehr mit.

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