Schiffskatastrophe

Zwölf Deutsche nach Schiffsunglück vermisst

566 der 4200 Passagiere auf der verunglückten "Costa Concordia" kamen aus Deutschland. Außergewöhnlich hoch ist der deutsche Anteil bei den Vermissten.

Foto: AFP

Die Zahl der vermissten Kreuzfahrt-Passagiere aus Deutschland hat sich auf zwölf erhöht. Eine Sprecherin des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) bestätigte, dass es nach der Havarie der „Costa Concordia“ vor der toskanischen Küste einen „Vermisstenfall in Bayern“ gebe. Insgesamt werden mindestens 14 Menschen vermisst.

Das bedeute aber nicht unbedingt, dass die Person im Schiffsrumpf eingeschlossen sei. Viele Passagiere hätten, ohne sich amtlich registrieren zu lassen, die Heimreise auf eigene Faust angetreten.

Bisher hatten deutsche Polizeidienststellen elf Vermisste aus anderen Bundesländern gemeldet. Nach Medienberichten ist unter den vermissten deutschen Passagieren der verunglückten „Costa Concordia“ als zwölfter Fall eine Frau aus Mittelfranken. Es handele sich dabei um eine 52-Jährige aus der Nähe von Nürnberg, berichtete der Radiosender „Antenne Bayern“ am Montag. Der Sender beruft sich dabei auf einen Bericht einer Freundin, die ebenfalls an Bord des Kreuzfahrtschiffs gewesen sei, sich aber habe retten können

Zu den weiteren Betroffenen gehören fünf Menschen aus Hessen sowie jeweils zwei Personen aus Baden-Württemberg, Berlin und Nordrhein-Westfalen, wie die Polizeibehörden am Montag mitteilten. Nach Angaben der Reederei Costa Crociere befanden sich insgesamt 566 deutsche Passagiere auf dem verunglückten Kreuzfahrtschiff.

Nach Angaben des Auswärtigen Amts werden mindestens zehn Deutsche vermisst. Derzeit sei davon auszugehen, dass die Zahl im „niedrigen zweistelligen Bereich“ liege, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ war mit rund 4200 Menschen an Bord Freitagnacht im Mittelmeer vor der toskanischen Küste auf Felsen gestoßen und gekentert. Bislang wurden sechs Tote geborgen.

Bei den Vermissten aus Berlin handelt es sich um ein Ehepaar. Beide seien gehbehindert, sagte ein Polizeisprecher. Der 66-jährige Mann und seine 60-jährige Begleiterin seien von der Schwester der Frau am Sonntagnachmittag als vermisst gemeldet worden.

Darüber hinaus wird ein Ehepaar aus dem Münsterland vermisst. Laut Polizei meldete der Sohn die 72 und 68 Jahre alten Senioren aus Ibbenbüren (Kreis Steinfurt) am Samstagabend als vermisst.

Fünf Menschen aus Hessen als vermisst gemeldet

In Baden-Württemberg wurden zwei Seniorinnen im Alter von 66 und 71 Jahren als vermisst gemeldet. Die Frauen kommen aus Laupheim und aus dem Raum Nürtingen. Sie waren laut Polizei als Kreuzfahrt-Teilnehmer auf dem Luxusliner mit einer großen Reisegruppe unterwegs. Bisher hätten sie sich aber weder bei Mitgliedern der Gruppe noch bei den Angehörigen gemeldet.

Die Zahl der Vermissten aus Hessen nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes stieg indes auf fünf an. Neben einem Ehepaar aus Mühlheim würden auch zwei Schwestern aus Offenbach und ein Mann aus Maintal vermisst, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Offenbach.

Angehörige hatten das Ehepaar im Alter von 71 und 72 Jahren, die Schwestern im Alter von 70 und 78 Jahren sowie den 74-jährigen Maintaler als vermisst gemeldet. Sie alle waren als Teilnehmer der Kreuzfahrt der „Costa Concordia“ registriert.