"Costa Concordia"

Zwei Berliner nach Schiffsunglück vermisst

Das Schicksal mehrerer Deutscher ist nach dem Schiffsunglück vor Italien weiter unklar. Mindestens elf deutsche Passagiere werden vermisst, die genaue Zahl ist unklar. Auch zwei Berliner werden noch gesucht.

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Nach dem Schiffsunglück vor Italien gelten auch zwei Passagiere aus Berlin als vermisst. Besorgte Angehörige hatten sich am Sonnabend bei der Polizei gemeldet und eine Vermisstenanzeige aufgegeben, bestätigte Polizeisprecher Frank Millert Morgenpost Online. Nähere Angaben machte er nicht. Es handelt sich nach Informationen von Morgenpost Online um eine Frau (60) und einen Mann (66) aus Berlin-Adlershof. Sie leben dort seit etwa zwei Jahren in einem Einfamilienhaus. Beide sind nach Hüftoperationen gehbehindert. Sie sollen nach Angaben von Nachbarn bereits schon einmal eine große Kreuzfahrt nach Amerika unternommen haben.

Das Schicksal mehrerer Deutscher nach wie vor ungeklärt. Das Auswärtige Amt sprach am Montag von einer Zahl „im niedrigen zweistelligen Bereich“. Ein AA-Sprecher sagte: „Wir wissen nicht, wo sie sind.“ Er wollte nicht ausschließen, dass unter den Vermissten weitere deutsche Opfer zu beklagen seien. Es könne durchaus „weitere betrübliche Nachrichten“ geben. Nach Angaben aus den einzelnen Bundesländern werden mindestens elf Deutsche vermisst, darunter aus Hessen, Baden-Württemberg, Berlin und Nordrhein-Westfalen. Bislang gelten keine Menschen aus Brandenburg als vermisst.

Die „Bild“-Zeitung berichtete am Montag von einem Ehepaar aus Berlin-Nikolassee, das am Sonntag wohlbehalten in die Heimat zurückgekehrt sei. Die beiden Rentner hatten das Unglück an Bord unbeschadet überstanden und hatten von Samstag auf Sonntag in einem Hotel übernachtet.

Das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ war am Freitagabend mit mehr als 4200 Menschen an Bord nahe der Insel Giglio vor der toskanischen Küste auf einen Felsen aufgelaufen. Es schlug leck und kippte schließlich auf die Seite. Mindestens sechs Menschen starben.

Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums wies darauf hin, dass sich auch Kreuzfahrtschiffe an die vorgegebenen Routen halten müssten. Inwieweit bei der Havarie gegen Auflagen verstoßen worden sei, müsse erst noch geklärt werden. Er wolle sich nicht an Spekulationen beteiligen.