Neue Hundenamen

Warum Bello und Hasso aussterben

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Klassische Hundenamen wie Bello in Hasso sind in Deutschland aus der Mode. Stattdessen hören die Vierbeiner auf "menschliche" Namen wie Ben, Benny, Sam, Sammy oder Gina

Bello, Hasso und Rex war gestern: Der Hund von heute hört auf „menschliche“ Namen wie Ben und Benny, Sam und Sammy oder Gina, die derzeit die Beliebtheitsskala anführen, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am Freitag unter Berufung auf die Magisterarbeit einer Germanistik-Studentin berichtete. Danach wird bei der Namenswahl auch vor alkoholischen Getränken wie Jim Beam oder Brandy nicht Halt gemacht.

Die Mainzer Studentin Eva Schaab befragte für ihre Arbeit tausend Hundehalter und verglich die Ergebnisse mit Namenslisten aus den Jahren 1907 und 1916. Dabei fand sie nicht nur heraus, dass klassische Hundenamen in Deutschland aus der Mode sind – Hasso und Bello tauchen in der Liste gar nicht mehr auf. Auch die Einzigartigkeit wird immer wichtiger. Mehr als die Hälfte der tausend Hundenamen wurden laut der Untersuchung nur ein Mal vergeben.

„Es kommt mir so vor, als solle der Hund heute ein Spiegel der Persönlichkeit des Menschen sein“, sagte die 26 Jahre alte Wissenschaftlerin aus Mainz der „FAZ“. „Der Mensch will zeigen, wie lustig oder einfallsreich er ist.“ Neben englischen Namen inspirieren demnach auch Städte im Ausland deutsche Tierbesitzer, die ihre Hunde zum Beispiel Boston oder Sydney nennen.

Manche Hundehalter geben ihrem Tier sogar den Namen, der eigentlich für ihr Kind vorgesehen war. Eine Befragte gab laut Bericht an, das sie ihre Tochter gern Sina genannt hätte. Als jedoch ein Sohn zur Welt kam, wurde der Name kurzerhand der Hündin verpasst. Eine andere Frau erklärte, ihr Sohn hätte Merlin heißen sollen. Weil dieser Name aber zu märchenhaft klingt, musste letztlich ihr Hund herhalten. „Meine Studie deutet darauf hin, dass der Hund zunehmend vermenschlicht wird und für die Halter eine immer größere Rolle hat“, sagte Schaab der Zeitung.

Klassische Menschennamen liegen im Trend

Auch die Hundezüchter beobachten einen Trend weg von althergebrachten Hundenamen. „Die Besitzer neigen sehr dazu, den Hunden klassische Menschennamen zu geben“, sagte Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) in Dortmund. Mit der Folge, dass die Vierbeiner Mädchennamen wie Emma tragen. In nachhaltiger Erinnerung geblieben ist Kopernik auch die Bekanntschaft mit einem Golden Retriever namens Günther und ein anderer Vierbeiner, der Lehmann gerufen wurde. Aber auch exklusive Namen wie Tutnix oder Guckstdu sind Kopernik bekannt.

Die Gründe für den Trend sind laut Kopernik vielfältig. Zum einen wollten die Besitzer mit dem Namen ihre familiäre Verbundenheit zu dem Hund ausdrücken. Zum anderen wollten sie sich mit einem besonders originellen Namen von der Masse abheben. „Die Individualität in der menschlichen Gesellschaft schlägt auch auf den Hund durch“, meint der Verbandssprecher. Nach Angaben des VDH leben rund zehn Millionen Deutsche gemeinsam mit einem Hund in ihrem Haushalt. Insgesamt gibt es mehr als fünf Millionen Hunde in Deutschland.

( AFP )