Gefahr für Brigitte Nielsen

Werden Silikonbusen im Dschungel zur Bakterienfalle?

Der Countdown zum neuen Dschungelcamp läuft, wir blicken hinter die Kulissen des Spektakels. Warum Silikon im Urwald gefährlich sein kann, erklärt Dschungel-Doktor Bob.

Der Dschungelkönig ist eine reine RTL-Erfindung. Der Geadelte hat kein blaues Blut und ist ein König ohne Reich. Für den Titel kann er sich nichts kaufen, sein gesellschaftliches Ansehen ist mäßig, der Ruhm verpufft schnell. Trotzdem gibt es offenbar genügend Bewerber. Die Gage auf dem dornigen Weg zum Dschungelkönig ist gut und versöhnt ein wenig mit dem Hohn und Spott, den die Kandidaten ernten.

Ausgerechnet am Freitag, dem 13. Januar (21.15 Uhr) legt der Kölner Privatsender RTL mit der sechsten Staffel seiner Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ los. Das Eröffnungszeremonial dauert fast drei Stunden. Über zwei Wochen zieht sich das Spektakel.

Elf mehr oder minder prominente Mitspieler müssen zum Teil ekelerregende „Dschungelprüfungen“ überstehen. Nach einer Woche werden die Kandidaten so lange abgewählt, bis der Sieger feststeht.

Das Publikum liebt das bizarre Spiel. RTL erinnert sich gern an die vergangene Staffel im Januar 2011, als im Durchschnitt 7,62 Millionen Zuschauer bei jeder Ausgabe vor den Bildschirmen saßen. Die Erwartungen sind auch in diesem Jahr hochgesteckt, wenngleich sie der zuständige Bereichsleiter, Markus Küttner, in einem Gespräch mit dem Branchendienst „dwdl.de“ schon dämpfte und von einer „Ausnahmestaffel“ 2011 sprach.

40 Prozent Marktanteil beim Zielpublikum zwischen 14 und 49 wären jetzt „ein Geschenk, keine Planung“, sagte Küttner.

RTL hat wieder das übliche Camp der Produktionsfirma Granada in der Nähe der australischen Gold Coast angemietet, in der sich TV-Stationen aus aller Herren Länder die Klinke in die Hand geben.

Der englische Sender ITV ist mit bereits elf gezeigten Staffeln der regeste Nutzer der Einrichtung im subtropischen Grün, wo tagsüber gewöhnlich 30 Grad Temperatur herrschen, und es nachts nie kälter als 20 Grad wird. Derzeit erreicht das Thermometer sogar an die 40 Grad.

Kameras und Mikrofone – nur Toilettengang ist privat

Die Kandidaten haben sich in ihren Verträgen dazu verpflichtet, sich rundum von den Kameras und Mikrofonen filmen und aushorchen zu lassen. Nur der Toilettengang ist privat. Tiere müssen geschützt werden, nur Insekten darf der Garaus gemacht werden. Das Camp darf nicht ohne Absprache mit der Produktion verlassen werden – bei Zuwiderhandlungen drohen Vertragsstrafen.

Über die Gagen wird spekuliert – RTL bestätigt keine Summen . Die „Bild“-Zeitung, die im Vorweg wieder in aller Regelmäßigkeit die Kandidaten bekannt machte, nannte Spannen zwischen 30.000 Euro (für den Magier Vincent Raven) und 150.000 Euro (für die Schauspielerin Brigitte Nielsen). In vielen Fällen wird chronischer Geldmangel als Motiv fürs Mitmachen vermutet.

Auf die Mischung kommt es an: Neben Nielsen dürfte Ex-Fußballprofi Ailton, der unter anderem für Werder Bremen viele Tore schoss, einer der bekanntesten Vertreter sein.

Dabei sind außerdem Sängerin Jazzy von Tic Tac Toe, die Schauspieler Rocco Stark und Radost Bokel, Model Micaela Schäfer, „Star Search“-Sieger Martin Kesici, „Deutschland sucht den Superstar“-Kandidat Daniel Lopes, ZDF-Moderatorin Ramona Leiß und Sängerin Kim Debkowski.

Dr. Bobs Bakterienwarnung an Nielsen und Schäfer

Neue Kandidaten, altbekannte Moderatorengesichter: Sonja Zietlow und Dirk Bach kalauern wieder täglich bei den Liveübertragungen aus Australien – never change a winning team. Auch „Dr. Bob“, der kein Doktor, sondern gelernter Rettungssanitäter ist, mischt wieder als Oberaufpasser mit.

Er warnt die Damen mit Silikonimplantaten wie Brigitte Nielsen. „Eins der Hauptprobleme mit Silikonbrüsten ist, dass das Gewicht des Silikons die Haut des Busens auf die Brust drückt“, sagte er dem Sender RTL. „Und durch den Druck wird es feucht an den Stellen. Ich traue es mich fast nicht zu sagen, aber es kann sein, dass dann dort Bakterien wachsen.“

Und eine andere wichtige Information für die Kandidaten und die Zuschauer hat er parat: Die Temperaturen von derzeit bis zu 40 Grad hätten zwar den Vorteil, dass der Blutegel-Bestand gering sei. Der Nachteil: Es tummeln sich mehr Zecken am Camp.