Serienbrandstifter von Hollywood

Crazy Harrys Rache, Feuer und Flamme gegen Amerika

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Die Mutter des mutmaßlichen Feuerteufels von Los Angeles behauptet, Harry B. sei psychisch krank. Sie selbst wird in Deutschland wegen Betrugs gesucht.

Der deutsche Serien-Brandstifter von Los Angeles soll geistesgestört sein. Das sagt laut einem Pressebericht seine Mutter. "Meine erste Frage ist: Wo ist mein Sohn?", rief Dorothee B. nach Angaben der Zeitung "LA Times", als sie selbst vor Gericht erscheinen musste. "Er ist geistig krank".

Die Mutter von B. wird laut Gerichtsdokumenten in Deutschland wegen 19-fachen Betrugs gesucht. Es soll vor allem um Mietbetrug gehen und säumige Zahlungen für eine Brustvergrößerung. Ihre Auslieferung an Deutschland wird von der US-Justiz derzeit geprüft. Sowohl für die Mutter als auch für ihren 24-jährigen Sohn wurde eine Freilassung gegen Kaution abgelehnt.

Harry B. handelte aus Rache

Die Serie von Brandstiftungen hatten Los Angeles und insbesondere Hollywood seit dem Jahreswechsel in Atem gehalten. Insgesamt gab es 53 Fälle von Brandstiftungen, die einen Schaden von über drei Millionen Dollar (2,3 Millionen Euro) verursachten.

Der 24-jährige Deutsche Harry B. war darauf festgenommen worden. Lokale TV-Sender in Los Angeles berichteten, dass der Deutsche möglicherweise wegen der drohenden Auslieferung seiner Mutter aus Rache gehandelt habe. Unter anderem soll er bei seiner Festnahme "I hate America" gerufen haben. B. soll in Van Nuys, im Nordosten von Los Angeles, erstmals vor Gericht erscheinen.

Außerdem wurde eine weitere Anhörung zu einer möglichen Auslieferung der Mutter von B. angesetzt. Sie wusste laut "LA Times" bei ihrem Gerichtstermin offenbar nicht, dass ihr Sohn festgenommen worden war. "Was haben Sie mit meinem Sohn gemacht?", fragte sie den Angaben zufolge. "Wo ist er? Tot? Vielleicht kennen die deutschen Nazis unsere Adresse."

So kamen die Behörden auf Harry B. auf die Spur

Das US-Außenministerium erklärte, es habe im Fall der Mutter mit den deutschen Behörden zusammengearbeitet. Sprecherin Victoria Nuland sagte, letztlich habe das Ministerium die örtliche Polizei auf die Spur des mutmaßlichen Brandstifter B. geführt, weil es gegen einen mit ihm in Verbindung stehenden weiteren deutschen Staatsbürger einen Haftbefehl aus Deutschland gebe. Dies sei "die Basis" dafür gewesen, dass die Polizei in Los Angeles auf B. aufmerksam wurde und ihn festnehmen konnte.

Wegen der Brandserie waren Hunderte Polizisten, Ermittler und Feuerwehrleute im Einsatz. Die Polizei fuhr zusätzliche Patrouillen und setzte auch Hubschrauber ein. Seit der Festnahme kam es nach Angaben der Feuerwehr zu keinen weiteren Bränden.

Der Deutsche wurde offenbar auch schon in Hessen straffällig. Die Staatsanwaltschaft Marburg ermittelt gegen den Mann wegen Brandstiftung und Betrug, wie eine Sprecherin sagte. Bei dem Vorfall handelt es sich um den Brand eines älteren Fachwerkhauses im Schwalm-Eder-Kreis am 14. Oktober vergangenen Jahres.

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