Brandanschläge in Hamburg

55-Jähriger zündet aus Gesellschaftshass Autos an

Ein 55-jähriger Brandstifter in Hamburg soll mindestens elf Anschläge auf Autos verübt haben. Die Polizei vermutet ein einfaches Motiv hinter den Taten.

Die Hamburger Polizei vermutet Hass auf die Gesellschaft hinter den Anschlägen eines seit Donnerstag in Untersuchungshaft einsitzenden Brandstifters. Bislang bestreite der Beschuldigte die Taten, berichtete das „Hamburger Abendblatt“. Der 55-Jährige soll mindestens elf Autos in der Hansestadt angezündet haben. Die Polizei sei aber zuversichtlich, ihm bis zu 30 Brandanschläge nachweisen zu können.

Der Tatverdächtige wurde in der Nacht festgenommen, nachdem im Stadtteil Marienthal erneut drei Autos in Flammen aufgegangen waren. Polizeibeamte hatten den 55-Jährigen zuvor dabei beobachtet, wie er Benzinkanister gefüllt hatte und damit durch den Stadtteil fuhr.

Bereits im Mai 2011 war der mutmaßliche Brandstifter unter dem Vorwurf in Hamburg-Osdorf vier Wagen angezündet zu haben, erstmals von der Polizei festgenommen worden. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat in diesem Fall bereits Anklage erhoben. Seit Mai wurde der Tatverdächtige von Zivilfahndern observiert. Ermittlungen der Polizei ergaben, dass sich der 55-Jährige auch bei Brandanschlägen am 18. und 22. Dezember in unmittelbarer Nähe des Tatorts aufhielt.

Suche nach Zusammenhang mit früheren Brandstiftungen

Nun prüfe die Polizei alle nicht aufgeklärten Fälle von Brandstiftung auf einen eventuellen Zusammenhang zu dem Beschuldigten, hieß.

Darunter ist auch die Serie von Anschlägen, die in den vergangenen beiden Jahren von dem sogenannten Feuerteufel von Lurup begangen worden waren. Allein zwischen Januar und April 2009 kam es in dem Hamburger Stadtteil zu etwa 60 Fällen von Brandstiftung.

In Hamburg gibt es seit Jahren Brandstiftungen an Autos. Allein seit Anfang 2011 zählte die Polizei mehr als 200 Fälle. Nach Einschätzung der Ermittler handelt es sich nur selten um politisch motivierte Taten. Häufige Motive seien Vandalismus, Beziehungsstreitigkeiten, Versicherungsbetrug sowie das Vertuschen anderer Straftaten.