Mord in Augsburg

Todesschütze richtete Polizisten regelrecht hin

Der Mann, der in Augsburg einen Polizisten getötet hat, soll kaltblütig eine ganze Maschinenpistolen-Salve auf sein Opfer abgegeben haben. Der Beamte hatte keine Chance.

Die Mörder des Augsburger Polizisten sind nach neuen Erkenntnissen offenbar brutaler vorgegangen, als die Ermittler bislang bekannt gegeben haben.

Nach Informationen der „Augsburger Allgemeinen“ tötete einer der beiden Täter den 41 Jahre alten Familienvater mit einer gezielten Maschinenpistolen-Salve, als das Opfer nach einem Feuergefecht bereits schwer verletzt am Boden lag. Dabei setzten sie eine Kriegswaffe ein, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Er bestätigte damit einen Bericht der „Augsburger Allgemeinen“.

Der Polizist wurde dabei von mehreren Kugeln in Kopf, Hals und Unterkörper verletzt, weitere Projektile wurden durch seine schusssichere Weste abgefangen. Mindestens drei Schussverletzungen stellten sich als tödlich heraus.

Die Ermittler verwendeten bei der Rekonstruktion des Tatablaufs eine computergestützte 3-D-Analyse des bayerischen Landeskriminalamts und konnten damit Laservermessungen des Tatorts unter anderem mit Schusskanälen und Obduktionsergebnissen vergleichen.

Die Polizei stellte bei den 58 und 56 Jahre alten Brüdern 20 Waffen sicher. Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz sagte, der 56 Jahre alte Hauptbeschuldigte sei ein „sozial unangepasster Waffennarr, der schießwütig agiert, wenn er in Konfliktsituationen gerät“. Der Mann hatte den Angaben zufolge 1975 einen Augsburger Polizisten ermordet und hatte dafür 19 Jahre und sieben Monate im Gefängnis gesessen. Später wurde er noch zweimal wegen kleinerer Vergehen verurteilt.

Bei der Schießerei am 28. Oktober sollen die beiden Brüder mindestens mit einem Schnellfeuergewehr und zwei großkalibrigen Pistolen bewaffnet gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Brüder damals auf dem Weg zu einem Raubüberfall waren, als ein 41 Jahre alter Polizeihauptmeister sie im Augsburger Siebentischwald kontrollieren wollte. Bei der anschließenden Verfolgungsjagd und Schießerei wurde der Beamte tödlich getroffen, seine Kollegin verletzt.

Auf die Spur der Brüder kam die Polizei über ein in der Nähe des Tatorts gefundenes Auto, dessen Halter mit den Verdächtigen verwandt sind, wie Soko-Leiter Bayerl sagte. Die Verdächtigen seien daraufhin observiert und ihr Telefon überwacht worden. Als die Ermittler befürchten mussten, dass eine weitere Straftat bevorstand, griffen sie dann zu.