Augsburger Polizistenmord

DNA-Treffer führte Ermittler zu Tatverdächtigen

Der Polizistenmord von Augsburg steht offenbar kurz vor der Aufklärung – mithiilfe von DNA-Spuren. Die beiden Tatverdächtigen schweigen bislang. Einer der beiden mutmaßlichen Täter hat vor mehr als 30 Jahren einen Polizisten niedergeschossen und dafür 19 Jahre Haft verbüßt.

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Die beiden festgenommenen Männer, die in Augsburg einen Polizisten erschossen haben sollen , streiten die Tat offenbar ab. Das geht aus Äußerungen von Justizministerin Beate Merk (CSU) hervor, die von der noch bestehenden Unschuldsvermutung und zugleich deutlichen Anzeichen der Schuld der beiden Verdächtigen sprach.

Sie gratulierte am Freitag auf einer Pressekonferenz in Augsburg den Ermittlern zur „Aufklärung eines feigen und brutalen Verbrechens“. Merk äußerte sich überzeugt, dass die Ermittler die Täter letztlich überführen und anklagen können.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bestätigte, dass am Morgen gegen beide Männer Haftbefehle ergangen seien. Zwei Monate nach der Tat waren die Tatverdächtigen am Donnerstag festgenommen worden.

Sie stehen in Verdacht, am 28. Oktober nach einer Verfolgungsjagd einen 41 Jahre alten Polizisten erschossen und seine Kollegin verletzt zu haben. Einer der beiden Tatverdächtigen, Rudolf R., hat laut Merk vor mehr als 30 Jahren schon einmal einen Polizeibeamten erschossen und dafür 19 Jahre Haft verbüßt.

Es handelt sich um den Mord an den Polizeiobermeister Bernd-Dieter Kraus. R. und sein Komplize Jovan S. hatten den 31 Jahre alten Beamten am 6. März 1975 niedergeschossen.

Bei den Ermittlungen spielt der genetische Fingerabdruck eine zentrale Rolle. DNA-Spuren vom Tatort konnten einem der verdächtigen Männer zweifelsfrei zugeordnet werden, wie der Leiter der Sonderkommission „Spickel“, Klaus Bayerl, mitteilte.

„Wir sind jetzt am Anfang“, sagte Bayerl, Leiter der Sonderkommission „Spickel“. „Der Täter hat 20 Jahre Erfahrung“, unter anderem aus dem Gefängnis. Gegen den bereits einmal wegen eines Mordes an einem Polizisten verurteilten Mann bestand demnach von Beginn an ein Verdacht.

Ausschlag gaben zuletzt Beobachtungen zweier Polizisten zu einem Fahrzeug eines Münchner Geschäftsmannes, der aber seit Jahren Kontakt zu einem der Verdächtigen hatte und ihm sein Auto häufig lieh. Der Tatverdacht verdichtete sich anhand des Verhaltens und der Vermögensverhältnisse und schließlich durch den DNA-Treffer.