Kind prophezeite Staudammbruch

37 Jahre alte Wahrsagung versetzt Thailand in Angst

Vor 37 Jahren prophezeite ein Junge die Zerstörung eines Staudamms an Silvester 2011. Kurz danach starb er. Jetzt fürchten sich viele Thailänder vor der Katastrophe.

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Eine 37 Jahre alte Wahrsagung sorgt in Thailand für Unruhe: Ein Kind sagte damals voraus, dass der Bhumibol-Staudamm in der Provinz Tak rund 500 Kilometer nördlich von Bangkok am Silvestertag 2011 um 22 Uhr einstürze. Dabei würden Wassermassen frei, die zahlreiche Dörfer sowie Bangkok überschwemmen können. Die Panik in den nahe gelegenen Ortschaften war so groß, dass der Generaldirektor des Amtes für Bodenschätze jetzt eine Pressekonferenz einberief, berichtete die „Bangkok Post“.

„Keine Panik“, sagte Nithad Phupatanakul nach Angaben der Zeitung. Der Damm werde ständig überwacht und sei völlig sicher. „Der Damm liegt an keiner Erdbebenstörzone“, sagte er. „Es ist unmöglich, dass er durch ein Erdbeben einstürzt.“ Der Gouverneur der Provinz hat eigens eine Silvesterparty an dem Damm organisiert, um den Einwohnern zu signalisieren, dass keine Gefahr besteht.

Die Wahrsagung stammt von Pla Bu, der damals knapp sechs Jahre alt war und kurz darauf starb. Sein Vater hatte die ominöse Warnung aufgeschrieben und in einem Tempel deponiert. Sie war vor kurzem wieder aufgetaucht. Der 154 Meter hohe Damm über den Chao Phraya-Zufluss Ping war 1964 fertig gestellt worden.

Mehr als 700 Tote bei Überschwemmungen

Thailand kämpft auch schon so mit schweren Überflutungen. Die Zahl der Toten ist nach offiziellen Angaben inzwischen auf 780 gestiegen. Drei weitere Menschen würden noch vermisst, teilten die Behörden mit. Nach Angaben des Katastrophenschutzes sind noch immer mehr als zwei Millionen Menschen von Überschwemmungen in fünf Provinzen nördlich und westlich der Hauptstadt Bangkok betroffen.

Die schwersten Überflutungen in Thailand seit 50 Jahren hatte schwere Schäden in der Landwirtschaft und Industrieproduktion angerichtet. Nach Schätzungen der Weltbank belaufen sich die Schäden auf 45 Milliarden Dollar (34,7 Milliarden Euro). Für den Wiederaufbau würden 25 Milliarden Dollar (19,3 Milliarden Euro) benötigt.