Göttingen

Syrischer Student nach Mord an Israelin auf der Flucht

Die Polizei sucht einen 24-jährigen Syrer, der in Göttingen eine israelische Studentin getötet haben soll. Offenbar ist er bereits ins Ausland geflohen.

Foto: dpa / dpa/DPA

Rund zehn Tage nach dem gewaltsamen Tod einer israelischen Medizinstudentin in Göttingen haben Ermittler den mutmaßlichen Mörder identifiziert. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, ist ein 24 Jahre alter Medizinstudent dringend verdächtig, die junge Frau in ihrer Wohnung in einem Studentenwohnheim getötet zu haben. Der 24-jährige Syrer ist auf der Flucht.

Die Obduktion ergab, dass der Mann die junge Frau vermutlich erstickt hat. Aus ermittlungstaktischen Gründen wurden vorerst aber keine weiteren Details bekanntgegeben. Die Ermittler gehen von einer Beziehungstat aus. Der mutmaßliche Täter und sein Opfer hatten gemeinsam im siebten Semester Medizin studiert.

Die Polizei hatte die 26 Jahre alte Studentin am 21. Dezember nachmittags tot in ihrem Appartement gefunden, nachdem Freunde sie als vermisst gemeldet hatten. Die Frau war aber bereits drei Tage zuvor umgebracht worden, wie sich später herausstellte. An der Tür ihrer Wohnung fanden die Ermittler keine Aufbruchsspuren. Ihr Zimmer im sechsten Stock des Studentenwohnheims war auch nicht verwüstet.

Staatsanwaltschaft fahndet international

Der mutmaßliche Mörder soll sich schon vor der Entdeckung der toten Studentin ins Ausland abgesetzt haben. Die Leiche wurde am Zweiten Weihnachtstag nach Israel übergeführt. Die Familie der Studentin lebt in dem Ort Kafr Kanna nahe Nazareth. Die Frau war vor dreieinhalb Jahren zum Studieren nach Deutschland gekommen.

Das Amtsgericht Göttingen hat Haftbefehl gegen den syrischen Studienkollegen der 26-Jährigen erlassen. Die Staatsanwaltschaft fahndet nun international nach ihm.

Die Tat hatte in der traditionsreichen Universitätsstadt in Südniedersachsen große Bestürzung ausgelöst. Auch die Unipräsidentin sprach den Hinterbliebenen ihr Beileid aus.

Die Ermittlungen zur Klärung der genauen Tatumstände sind noch nicht abgeschlossen. Derzeit werden die Spuren aus dem Zimmer der Frau im Landeskriminalamt in Hannover untersucht. Die Ermittler wollen das Ergebnis der Auswertung voraussichtlich in den kommenden Tagen veröffentlichen.