Utoya

Breivik-Amoklauf verfolgt deutschen Retter bis heute

Mindestens 20 Menschen verdanken Marcel Gleffe ihr Leben, weil er sie vor dem Amokläufer rettete. Die grauenhaften Szenen lassen den Dachdecker nicht los.

Foto: dpa / dpa/DPA

Für Marcel Gleffe hat sein heldenhafter Einsatz während des Amoklaufs in Norwegen auch negative Folgen. "Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an die schrecklichen Szenen, die schreienden Kinder denke", sagte der 32-Jährige der Zeitschrift "Super Illu" laut Vorabbericht.

Er brauche noch Zeit, um seine Gefühle zu ordnen. "Im Alltag versuche ich das alles wegzudrücken, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren und es gar nicht so nah an mich heranzulassen."

Der aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Dachdecker hatte während des Amoklaufs des Rechtsradikalen Anders Behring Breivik auf der Insel Utoya im Juli mindestens 20 Menschen das Leben gerettet. "Ich empfinde Hass und Machtlosigkeit, wenn ich an Breivik denke", sagte Gleffe.

Der 32-jährige Anders Behring Breivik hatte am 22. Juli bei zwei Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utoya 77 Menschen getötet. Nachdem die Prüfungskommission keine Einwände gegen das Gutachten erhoben hat, gilt die Einstufung des Täters als unzurechnungsfähig für das Gerichtsverfahren im nächsten Jahr als sehr wahrscheinlich. Er könnte dann nicht zu Haft verurteilt, sondern ausschließlich auf Dauer in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung eingewiesen werden.

Eine norwegische Prüfungskommission hatte damit das umstrittene Gutachten zur fehlenden Zurechnungsfähigkeit des Massenmörders bestätigt. Die Kommission aus Rechtsmedizinern erklärte in Oslo einstimmig, sie habe "keine Anmerkungen" zu dem Gutachten von zwei Rechtspsychiatern. Diese hatten Breivik Ende November als "psychotisch" und "paranoid schizophren" eingestuft und damit teilweise heftige Kritik im In- und Ausland ausgelöst.