Zehnjährige vermisst

Rügen - Erdmassen fallen auf Mutter und Töchter

Eine Mutter ist mit ihren beiden Töchtern am zweiten Weihnachtstag an der Küste von Rügen spazieren gegangen, als plötzlich der Fels über ihren Köpfen wegbrach. Eines der Mädchen ist verschollen und wurde offenbar verschüttet.

Ein Felssturz hat ein junges Mädchen auf der Insel Rügen unter Erdmassen verschütttet. Die Zehnjährige wurde auch Stunden nach dem Unglück noch vermisst, wie die Polizei am Montag mitteilte. Nach Angaben von Helfern war das Kind mit seiner Mutter und ihrer Schwester am Strand unterwegs, als plötzlich über ihnen ein Teil der Steilküste abbrach und in die Brandung stürzte. Während die Frau und die ältere Schwester verletzt gerettet werden konnten, wurde die Zehnjährige offenbar verschüttet. Die Sprecherin des Landkreises Vorpommern-Rügen, Carina Schmidt, korrigierte frühere Angaben, wonach es sich bei den Opfern um eine dreiköpfige Familie – Vater, Mutter und Kind – handelte.

Das Mädchen sei verschwunden, sagte ein Sprecher der Polizei in Neubrandenburg. Eine vierköpfige Familie, die sich in der Nähe aufhielt, blieb unverletzt.

Feuerwehr, Polizei, Technisches Hilfswerk und weitere Einsatzkräfte seien am Ort und suchten auch mit Hilfe von Hunden und Suchscheinwerfern nach dem Mädchen. Die Polizei habe um 15.27 Uhr von dem Abbruch erfahren. Der Landkreis Rügen habe Großalarm ausgelöst und eine Einsatzzentrale eingerichtet.

Bei dem Küstenabschnitt unweit der beiden Leuchttürme von Kap Arkona handele es sich nicht um Kreidefelsen, sondern um eine normale Steilküste, sagte eine Sprecherin des Landkreises. „Wir gehen davon aus, dass wir die ganze Nacht weitersuchen, bis es ein Ergebnis gibt“, sagte die Sprecherin am Abend

Von der Seeseite her waren die Rettungskreuzer „Wilhelm Kaisen“ und die Rettungsboote „Helene“ und „Kurt Hoffmann“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) im Einsatz, teilte die DGzRS in Bremen mit. Schiffe der Wasserschutzpolizei und der Bundespolizei würden ebenfalls zur Unglückstelle dirigiert.

Unklar war zunächst, ob das Kind verschüttet oder in den Brandungsgürtel der Ostsee gerissen wurde. Zum Zeitpunkt des Unglücks hätten dort Windstärken von bis zu sieben Beaufort (60 Kilometer pro Stunde) geherrscht.

Auf Deutschlands größter Insel Rügen kommt es immer wieder zu unkontrollierbaren Abbrüchen der Steilküste. Der verregnete Sommer hat die Gefahr nach Angaben von Geologen vergrößert. Im August dieses Jahres war zum größten derartigen Vorfall seit neun Jahren gekommen; ein 100 Meter langer und 70 Meter hoher Abschnitt eines Felsens stürzte ins Meer. Spaziergänge unter dem Kliff können deshalb gefährlich sein. Die Behörden wollen den 13 Kilometer langen Küstenabschnitt mit Steilküste jedoch nicht sperren.

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