Grossbritannien

Soldatenfrauen landen Mega-Hit mit Front-Schnulze

Ein Chor britischer Soldatenfrauen hat sich an die Spitze der britischen Charts gesunden: "Wherever You Are" ist ein Lied mit Zeilen aus den Frontbriefen für ihre Männer.

Wie Stars sehen sie nicht aus, aber ihr Erfolg stellt alles in den Schatten. Ein Chor britischer Soldaten-Frauen hat mit dem Titel „Wherever You Are“ einen Hit gelandet, wie ihn die Insel in der Vorweihnachtszeit schon lange nicht mehr gesehen hat. Das Lied wurde schon weit über eine halbe Million Mal verkauft und steht an der Spitze der Charts.

Der Erfolg geht auf das BBC-Format „The Choir“ zurück. Der britische Traditionssender engagiert seit einiger Zeit den Chorleiter Gareth Malone, der wiederum nach Sängern sucht, die eigentlich wenig mit dem klassischen Chorgesang am Hut haben, beispielsweise aus Schülern einer Problemschule oder Bewohnern einer Sozialsiedlung.

Dieses Jahr gewann Malone 40 Frauen aus der Garnison Devon im Südwesten Englands für sein Projekt. Das Besondere: Ihre Männer sind in Afghanistan im Einsatz, die Frauen müssen mit den Kindern allein Weihnachten feiern und sie müssen ständig schlechten Nachrichten von der Front fürchten.

"I will pray each day a safe return"

Der BBC-Chorleiter wollte mit den Frauen aber nicht nur traditionelle Weihnachtslieder singen, sondern ermunterte sie auch, ein Lied zu schreiben. So entstand „Wherever You Are“. Viele Zeilen stammen aus Briefen, die die Frau an ihre Männer in Afghanistan geschrieben hatten, beispielsweise singen die Frauen „I will pray each day a safe return, will look now to the light“(übersetzt etwa: Ich bete jeden Tag für eine gesunde Rückkehr und werde optimistisch nach vorne schauen).

Dieser authentische und zu Herzen gehende Text und die Bodenständigkeit der Sängerinnen, machten „Wherever You Are“ im vorweihnachtlichen Großbritannien zum Hit, auch wenn das Lied manchmal etwas schräg klingt. Trotzdem: Die Frauen wurden zu Premierminister David Cameron eingeladen und sangen sogar in der Royal Albert Hall.

Reich werden die Frauen übrigens nicht. Alle Einnahmen gehen an eine Militärvereinigung, die Soldatenfamilien hilft, wenn der Mann im Einsatz verwundet oder getötet wird.

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