Kalifornien

1500 Menschen landen wegen Verwechslung im Knast

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: dpa / dpa/DPA

Fast 1500 Amerikaner sind in Kalifornien in den vergangenen fünf Jahren unschuldig ins Gefängnis gekommen. Trotz Identifikationsnummer gibt es immer wieder Verwechslungen.

In den Gefängnissen des Los Angeles County Sheriff's Departments in Kalifornien sind in den vergangenen fünf Jahren fast 1500 Menschen fälschlicherweise inhaftiert worden. Weil sie von Beamten mit Kriminellen verwechselt wurden, saßen Unschuldige wochenlang hinter Gitter, berichtet die „Los Angeles Times“.

Die Pannen seien auf eine Vielzahl von Faktoren zurückzuführen, schreibt die Zeitung, so etwa auf Fingerabdrücke und unvollständige Datensätze. In einigen Jahren könnte es sogar soweit sein, dass die Menschen wegen dieser Verwechslungen durchschnittlich einen Tag im Gefängnis verbringen.

Viele der unschuldig Inhaftierten haben entweder die gleichen Namen wie Kriminelle, die gesucht werden. In einigen Fällen sollen die Kriminellen auch die Identität von Unschuldigen zuvor gestohlen haben. Die Behörden brauchen Tage oder Wochen, um diese Fehler aufzudecken.

Gleich zweimal unschuldig in Haft

Die Zeitung berichtet von erschütternden Fällen. Im Jahr 1989 wurde ein Mechaniker neun Tage eingesperrt, weil er für jemand anderen gehalten wurde. 20 Jahre später musste er wegen des gleichen Haftbefehls noch einmal ins Gefängnis – für einen Monat. So lange dauerte es, bis die Beamten den Fehler überprüft und eingesehen hatten.

In einem anderen Fall sei ein ehemaliger Bauarbeiter mit einem Drogendealer verwechselt und inhaftiert worden. Im Gefängnis habe es Übergriffe von Insassen auf ihn gegeben, die Wärter hätten dies ignoriert.

Das Problem der Verwechslungen liege aber nicht allein in den Gefängnissen begründet, wie die Zeitung weiter schreibt. Die Polizisten würden die Falschen verhaften und die Gerichte überprüfen nicht genau, für wen sie die Haftbefehle ausstellen.

Neunstellige Nummer soll Verwechslung verhindern

Die Beamten der Gefängnisse im L.A. County Sheriff's Department sagen, dass sie alles tun würden, um solche Verwechslungen zu vermeiden. Außerdem sei die Zahl der Verwechslungsfälle verschwindend gering.

Um solche Vorkommnisse eigentlich zu verhindern wird dem Fingerabdruck eines jeden Kriminellen in Kalifornien eine neunstellige Nummer zugeordnet. Die Gerichte schreiben die Nummer nicht immer mit auf den Haftbefehl, deshalb können Polizisten und Gefängnisbeamte eine mögliche Verwechslung nicht erkennen.

Menschen, die fälschlicherweise inhaftiert wurden, berichteten der „Los Angeles Times“, dass ihre Unschuldbeteuerungen von den Beamten nicht ernst genommen würden. Die Beamten wiederum sagen, sie würden von den Gefängnisinsassen mit diesen Unschuldsbekundungen geradezu bombardiert. Es sei unmöglich, jeder dieser Behauptungen nachzugehen.

( sara )

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos