Protest gegen Sparpläne

Generalstreik in Belgien legt Zugverkehr lahm

Mit einem Generalstreik protestieren die Belgier gegen Sparpläne der neuen Regierung: Am Donnerstag wurde der komplette Schienenverkehr lahmgelegt, auch internationale Züge von Köln nach Brüssel sind betroffen.

Foto: dpa / dpa/DPA

Ein Streik hat am Donnerstag den Zugverkehr in Belgien zum Erliegen bringen. Internationale Züge von Köln in die belgische Hauptstadt Brüssel fielen aus. Die Firma Eurostar, die unter anderem die Zugverbindung von Brüssel nach London durch den Kanaltunnel betreibt, kündigte den Ausfall der Verbindungen an.

Der Flughafen Brüssel ist nicht betroffen. Auch in Charleroi südlich der Hauptstadt werden keine Beeinträchtigungen erwartet. Dagegen bleibt der Flughafen im ostbelgischen Lüttich geschlossen, weil die Flugüberwachung streikt. Generell raten die Betreiber Fluggästen, sich vor der Anreise im Internet über Flugausfälle und Verzögerungen zu erkundigen.

Behinderungen gibt es auch im Straßenverkehr. Streikende blockierten nach Angaben des privaten belgischen Radiosenders Bel RTL wichtige Zufahrtsstraßen in die Hauptstadt Brüssel. In Brüssel ist zudem auch der öffentliche Nahverkehr betroffen. Mitarbeiter bei der Müllabfuhr und der Post sind ebenfalls im Ausstand. In den Gefängnissen werden Polizisten eingesetzt, um streikendes Wachpersonal zu ersetzen.

Die Streiks richten sich gegen Reformpläne der neuen Regielrung, unter anderem das Eintrittsalter für den Vorruhestand von 60 auf 62 Jahre anzuheben.

Bereits am Mittwochabend standen weite Teile des Zugverkehrs still. In der Region Wallonie im Süden des Landes waren kaum fünf Prozent der Züge unterwegs, meldete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf das Bahnunternehmen Infrabel. Zwischen Lüttich und der deutschen Grenze gab es am Mittwochabend keine Verbindungen. In Flandern im Norden des Landes war der Bahnverkehr ungestört.

Der Flughafen Brüssel soll vom Streik am Donnerstag weitgehend unberührt bleiben. Schwierig könne allenfalls die Anreise werden, warnte der Sprecher des Airports: „Die Flugzeuge warten nicht, selbst wenn Züge und Bahnen im Streik sind.“

Der Hochgeschwindigkeitszug Thalys zwischen Köln und Brüssel habe den Verkehr bereits eingestellt, hieß es am Mittwochabend auf den Internetseiten von Thalys und Eurostar. Für die Eurostar-Strecke zwischen Brüssel und dem nordfranzösischen Lille würden in beschränktem Umfang Busse eingesetzt. Der Betreiber rät Fahrtgästen allerdings, die Reise besser zu verschieben. Ticketkosten würden noch 60 Tage lang erstattet.

Die Streiks richten sich gegen Reformpläne der neuen belgischen Regierung, unter anderem das Eintrittsalter für den Vorruhestand von 60 auf 62 Jahre anzuheben. Neben einem Stillstand oder erheblichen Behinderungen im Bahn- sowie in zahlreichen Nahverkehrsnetzen wird auch in den Schulen und Kindergärten des Landes mit erheblichen Einschränkungen gerechnet.

Der Streik soll voraussichtlich bis Donnerstagabend dauern. Es wird aber nicht ausgeschlossen, dass es auch danach noch zu Behinderungen kommen kann. Thalys forderte Reisende auf, entweder umzubuchen oder sich die Tickets erstatten zu lassen und sich auf der Internetseite des Unternehmens über den aktuellen Stand der Verkehrslage zu informieren.