Kran-Unfall

Sieben Jahre Haft für Epileptiker nach Todesfahrt

Ein japanischer Kranfahrer erlitt einen epileptischen Anfall und überfuhr sechs Kinder. Er hatte vergessen, seine Medikamente einzunehmen. Dafür muss er nun in Haft.

In Japan ist ein Kranfahrer zu sieben Jahren Haft verurteilt worden, der während eines epileptischen Anfalls in eine Gruppe von Schulkindern gefahren war. Bei dem Unfall mit dem zwölf Tonnen schweren Fahrzeug waren im April im Norden von Tokio sechs Kinder im Alter von neun bis elf Jahren auf ihrem Weg zur Schule getötet worden.

Der 26 Jahre alte Angeklagte hatte nach Angaben des Gerichts am Abend zuvor vergessen, seine Medikamente einzunehmen, und hatte zudem Alarmsignale seines Körpers vor dem Anfall missachtet. „Es war kein Unfall, der durch ihre chronische Krankheit verursacht wurde“, sagte der vorsitzende Richter Masanobu Sato. Schuld sei vielmehr das „Versagen“ des Fahrers, mit der Krankheit umzugehen.

Nach Angaben des Gerichts hatte der Angeklagte bei seiner Führerscheinprüfung seine Erkrankung verschwiegen. Vor dem tödlichen Unfall verursachte er bereits zwölf andere Unfälle, von denen viele auf epileptische Anfälle zurückzuführen waren. Sieben Jahre Haft sind in Japan die Höchststrafe für ein Tötungsdelikt durch Fahrlässigkeit im Straßenverkehr.