Solingen

Hochhaus-Riese mit 100 Kilo Sprengstoff zerlegt

In Solingen ist ein 70 Meter hohes Hochhaus gesprengt worden. 500 Anwohner mussten vorsorglich ihre Häuser verlassen. Doch nicht alle waren rechtzeitig verschwunden.

Vor den Augen vieler tausend Zuschauer ist in der Innenstadt von Solingen ein Hochhaus gesprengt worden. Das knapp 70 Meter hohe Gebäude sei nach einem lauten Knall innerhalb von Sekunden in sich zusammengefallen, sagte ein Sprecher der Stadt.

Etwa 500 Anwohner hatten ihre Wohnungen verlassen müssen, das Stadtzentrum wurde weiträumig abgeriegelt. Rund 260 Helfer von Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und Hilfsdiensten waren im Einsatz.

An die 100 Kilogramm Sprengstoff wurden benötigt, um das weithin sichtbare Hochhaus kalkuliert zum Einsturz zu bringen. Die eigentliche Sprengung dauerte etwa fünf Sekunden. Um eine große Staubwolke zu verhindern, wurde der Schutt beregnet. Die Trümmer fielen auf das Gelände eines abgerissenen Karstadt-Gebäudes. Auf dem Areal wird ein neues Einkaufszentrum gebaut, es soll in etwa zwei Jahren fertig sein.

Die Sprengung konnte erst etwa anderthalb Stunden später erfolgen als eigentlich geplant. Grund war, dass nach der Evakuierung plötzlich einige Personen im Gefahrenbereich auftauchten, wie der Stadt-Sprecher sagte.

Die evangelische Kirche hatte den Evakuierten Hilfe angeboten. Weil nicht alle bei Freunden oder Verwandten unterkommen könnten, versorgten Kirchenmitglieder die Evakuierten mit Kaffee und Kuchen im städtischen Clemenssaal sowie mit seelsorgerlichen Gesprächen.

"Gerade bei älteren Menschen könnten solche Evakuierungen Erinnerungen an schwere Erlebnisse aus der Kriegszeit auslösen", erklärte die Koordinatorin des Evangelischen Kirchenkreises für Notfallseelsorge, Simone Henn-Pausch.