Sturmtief

"Joachim" wirbelt Deutschland durcheinander

Erste Ausläufer des Sturms "Joachim" haben am Freitagmorgen Deutschland erreicht. Das Orkantief braust mit derzeit noch bis zu 180 km/h Windgeschwindigkeit über Süddeutschland in Richtung Nordosten hinweg. Bisher wurden nur leichte Schäden gemeldet.

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Durch den Sturm "Joachim" ist in der Schweiz ein Zug entgleist. Bei dem Unfall im Nordwesten des Landes wurden nach Angaben der Polizei am Freitagmorgen drei Menschen leicht verletzt, darunter der Lokführer. Der Zug kam demnach in einem Wald zwischen den Gemeinden Tavannes und Tramelan von den Gleisen ab. Über die Region waren nach Angaben der Schweizer Wetterbehörde Meteosuisse in der Nacht heftige Winde mit Spitzengeschwindigkeiten von 120 Stundenkilometern hinweggefegt.

Auch in Frankreich hatte das Orkantief zuvor schwere Schäden angerichtet. Vor der Bretagne strandete in der Nacht zum Freitag ein 109 Meter langer Frachter aus Malta mit 19 Mann an Bord, wie der Radiosender „France Info“ berichtete. Bei rund 200.000 Haushalten fiel der Strom aus.

Der Bahnverkehr sei ebenfalls stark gestört, hieß es. Auf der Strecke Angers-Nantes fiel ein Silo auf die Gleise. In der Vendée wurde ein Haus mit 48 Bewohnern geräumt, weil es unter dem Meeresspiegel liegt und eine Überflutung der Düne befürchtet wurde. Der Sturm sollte am Vormittag Paris erreichen und dann nach Deutschland weiterziehen.

Hier fegte das Orkantief bereits am Morgen über das Saarland. Bäume und ein Baugerüst seien umgestürzt, berichtete die Polizei in Saarbrücken. Verletzt worden sei bislang niemand. Es wird damit gerechnet, dass der Sturm Richtung Nordosten abzieht.

Am Freitagmitag soll "Joachim" Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erreichen. Das Orkantief, bei dem in einigen Bundesländern im Süden der Bundesrepublik derzeit noch bis zu 180 km/h Windgeschwindigkeit erwartet werden, schwächt sich dann etwas ab. Mit Sturmböen, auch im Tiefland, mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde werde in Thüringen, Sachsen und im Süden Sachsen-Anhalts gerechnet. Außerdem seien orkanartige Böen mit bis zu 115 Kilometern pro Stunde nicht ausgeschlossen.

Mit dem Sturmtief komme auch viel Niederschlag mit, der bis ins Tiefland als Schneeregen fallen könne, erklärte der DWD. In diesem Fall müsse auch mit Glätte gerechnet werden. In den oberen Lagen der Gebirge könne es teils kräftige Schneefälle geben, so dass zwischen 10 und 20 Zentimeter Neuschnee fallen könnten. Der DWD gab zudem bis Samstagmorgen eine Unwetterwarnung vor starken Schneeverwehungen heraus. Diese gelte für Lagen über 600 Meter im Harz sowie im Süden Thüringens und Sachsens.