Mitschülerin attackiert

Bayrische Gymnasiastin nach Messerattacke vernommen

Die 15-Jährige, die an einem oberbayerischen Gymnasium mit einem Messer auf ihre Mitschülerin eingestochen hat, wurde vernommen. Das Opfer wurde operiert.

Foto: dapd / dapd/DAPD

An einem Freisinger Gymnasium hat eine Schülerin am Mittwoch mit einem Messer auf eine Mitschülerin eingestochen und das Mädchen dabei schwer verletzt. Die Schnittwunden sind aber nicht lebensgefährlich, wie die Polizei mitteilte. Das Motiv für die Messerattacke der 15-Jährigen war zunächst ungeklärt.

Die Jugendliche wurde festgenommen. Gegen sie wird wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt. Das 16 Jahre alte Opfer musste im Krankenhaus operiert werden. Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sprach von einem „gravierenden Fall“.

Die Tat spielte sich kurz vor 10.00 Uhr im Unterrichtsraum einer 10. Klasse des Josef-Hofmiller-Gymnasiums ab. Die 15-Jährige zog plötzlich ein Küchenmesser und stach mit der 15 Zentimeter langen Klinge wie wild auf ihre ein Jahr ältere, neben ihr sitzende Mitschülerin ein.

„Das Mädchen erlitt mehrere schwere Schnitt- und Stichverletzungen, insbesondere am Oberkörper“, heißt es im Bericht des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord in Ingolstadt. Und weiter: „Mitschüler überwältigten die Täterin und übergaben sie der Schulleitung im Sekretariat.“

Klassenkameraden psychologisch betreut

Von der Direktorin alarmierte Beamte der Freisinger Polizei nahmen die Angreiferin fest. Auch die 15-Jährige hatte sich bei der Attacke leicht an der Hand verletzt. „Das Motiv der Tat ist derzeit noch offen“, heißt es weiter im Polizeibericht. Die rund 20 Schüler der 10. Klasse wurden vom Kriseninterventionsteam psychologisch betreut. Der Schulbetrieb der übrigen Klassen lief währenddessen weiter.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde die Täterin inzwischen vernommen. Über den Inhalt der Aussage teilte der Landshuter Behördensprecher Ralph Reiter zunächst aber nichts mit. Es sei offen, ob die Staatsanwaltschaft Antrag auf Haftbefehl gegen die strafmündige Jugendliche stellt.

Tat war kein Amoklauf

Zunächst wurde die 15-Jährige in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Der Staatsanwalt betonte aber, dass es sich bei der Tat der Schülerin keinesfalls um einen Amoklauf handle.

Für Kultusminister Spaenle ist die Messerattacke der 15-Jährigen dennoch „ein gravierender Fall“. Er sei froh, dass die Schulbehörden gut reagiert hätten, sagte Spaenle. „Die Meldekette hat funktioniert.“ Neben den Sicherheitsmaßnahmen seien auch die Kriseninterventionsteams schnell am Einsatzort gewesen, lobte der Minister.

Er war am Nachmittag an den Tatort geeilt, um sich an Ort und Stelle zu informieren. Er wollte die verletzte Schülerin zudem im Krankenhaus besuchen.

Auch mit Blick auf die Gewaltandrohung Anfang dieser Woche am Schulzentrum im oberbayerischen Schongau sagte Spaenle: „Die Sicherheitslage an den bayerischen Schulen ist hervorragend.“ Es handle sich gottlob um Einzelfälle.

Das staatliche Josef-Hofmiller-Gymnasium besteht seit 1960. Es hat rund 1100 Schülerinnen und Schüler in über 30 Klassen und mehr als 100 Kollegstufen-Kursen. Namensgeber ist der Essayist und Kritiker Josef Hofmiller (1872-1933), der als Literat, Kritiker und Herausgeber bis heute in der Welt der Literatur Beachtung findet. Er war Lehrer für Französisch und Englisch in Freising.