Weltraum

Wer sich im All bestatten lässt, kann Steuern sparen

Todsicheres Geschäft: Weil Weltraumbestattungen Jobs bringen, will der US-Staat Virginia Steuervorteile für alle einführen, die ihre Asche ins All schießen lassen.

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Die texanische Firma Celestis bietet seit mehr als zehn Jahren Bestattungen im Weltall an. Ein Gramm von Eingeäscherten wird mit einer Rakete wahlweise in eine Erdumlaufbahn, zum Mond oder demnächst auch auf intergalaktische Reisen geschickt. Dafür wird dann jeweils ein drei-, vier- oder fünfstelliger Dollar-Betrag fällig. Die restliche Asche wird bei einer Zeremonie ins Meer gestreut.

Von diesem überirdischen Geschäftsmodell hängen irdische Arbeitsplätze ab. Die Konkurrenz der Startplätze, von denen sich Asche ins Jenseits der Erdatmosphäre bringen lässt, wächst. Einer ist Wallops Island in Virginia.

Um seine Attraktivität zu steigern, hat die Behörde für gewerbliche Weltraumflüge von Virginia ein Gesetzesvorhaben angeregt, das im kommenden Jahr im Regionalparlament verhandelt werden soll. Es sieht Steuererleichterungen für US-Bürger zu deren Lebzeiten vor, wenn sie für ihre sterblichen Überreste eine Reise ins All buchen. Insgesamt soll die Steuerersparnis bis zu 8000 Dollar betragen können.

Das Kalkül hinter diesem Ansatz ist simpel. Wenn die Hinterbliebenen zur Zeremonie und dem Raketenstart anreisen, fördert das die regionale Wirtschaft.

Es werden Hotels gebucht, Autos gemietet, Restaurants besucht und örtliche Sehenswürdigkeiten angesteuert. Vielleicht hängt der eine oder andere sogar einen Urlaub dran. "Es geht ums Geschäft und um Arbeitsplätze", sagt Jack Kennedy von der Behörde für gewerbliche Weltraumflüge.

Die Raumfahrtpioniere Krafft Ehricke und Gerard O'Neill, der Psychologe Timothy Leary und der Schöpfer von "Star Trek", Gene Roddenberry, zählten zu den ersten Prominenten, die grammweise ins All geschossen wurden. Doch weil bekanntlich nicht jeder Start einer Rakete gelingt, wird die Asche des einen oder anderen zur kosmischen Bestattung Willigen letztlich doch auf der Erde bleiben.

Dieses Schicksal widerfuhr etwa dem Schauspieler James Doohan, bekannt als Scotty bei "Star Trek", und dem Astronauten Gordon Cooper. Ihre Urne landete nach dem Fehlstart in einem schwer zugänglichen Gebiet von New Mexico.