Florenz

Rechtsextremist erschießt zwei Straßenhändler

Ein Rechtsextremist hat am Dienstag zwei senegalesische Straßenhändler auf offener Straße in Florenz erschossen und später sich selbst gerichtet. Die Polizei hatte den Mann zuvor bereits als Teilnehmer mehrerer Demonstrationen rechtsextremer Kräfte identifizieren können.

Foto: AFP

Auf einem Markt in Florenz hat ein Rechtsextremist den italienischen Behörden zufolge zwei senegalesische Straßenhändler getötet. Zudem habe der Schütze drei weitere senegalesische Einwanderer verletzt und sich anschließend durch einen Kopfschuss getötet, als sich ihm Polizisten genähert hätten, teilte der Florentiner Staatsanwalt Giuseppe Quattrocchi am Dienstag mit. „Wir nehmen an, dass er Selbstmord beging, als er sah, dass die Polizei eingriff“, erläuterte der Florentiner Staatsanwalt Giuseppe Quattrocchi. Die Polizei hatte den Mann zuvor bereits als Teilnehmer mehrerer Demonstrationen rechtsextremer Kräfte identifizieren können.

Augenzeugen hatten gesehen, wie ein Mann zunächst mit einer Pistole bewaffnet am Dalmazia-Platz in Florenz aus einem Auto stieg und das Feuer auf die Straßenhändler eröffnete. Sie sprachen von einer regelrechten „Exekution“. Der Schütze sei danach im Gewirr des Markttreibens auf dem Platz geflüchtet.

Ein Zeitungshändler habe noch versucht, den Schützen zu stoppen, sei aber von ihm bedroht worden. Zahlreiche Passanten hätten sich aus Angst vor dem Täter in anliegende Geschäfte geflüchtet. Dutzende empörte und trauernde Senegalesen versammelten sich nach der Bluttat auf dem Dalmazia-Platz. Dabei kam es zu Rangeleien mit Polizisten. Nach der Tat dort war der Mann dann zu dem anderen Markt gefahren.

Die rechtsextreme Gruppe „CasaPound Italia“ teilte mit, der Täter sei ein Sympathisant der Vereinigung gewesen, aber kein Aktivist. Er sei in Pistoia einige Male zu Sitzungen gekommen, um sein Buch „Le Chiavi del Chaos“ (Die Schlüssel des Chaos) vorzustellen. „Doch wir kannten ihn kaum, er war eine sehr verschlossene Person“, erklärte ein Sprecher von „CasaPound Italia“ in der nordtoskanischen Stadt.

Der italienische Präsident Giorgio Napolitano verurteilte die „barbarische Tötung von zwei ausländischen Arbeitern“ und nannte die Tat eine „blinde Explosion von Hass“. In einer Erklärung rief er die italienischen Behörden und die Gesellschaft dazu auf, Intoleranz im Keim zu ersticken und die Tradition der Offenheit und Solidarität in Italien fortzusetzen.

Der Bürgermeister von Florenz, Matteo Renzi, beschrieb den Attentäter als einen „klar denkenden, verrückten und rassistischen Mörder“, wie die Nachrichtenagentur ANSA meldete. Florenz weine, sagte Renzi den Angaben zufolge.

Nach der Tat kam es zu einem spontanen Protestmarsch senegalesischer Einwanderer ins Stadtzentrum. Sie riefen: „Senegal, Senegal“.