Mord an 13-Jähriger

Polizei erwägt Fahndung über "Aktenzeichen XY"

Nach dem Mord an einem 13-jährigen Mädchen erwägt die Polizei nun eine TV-Fahndung nach dem flüchtigen Vater. Gleichzeitig gehe man knapp hundert Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Eine heiße Spur haben die Ermittler jedoch noch nicht gefunden.

Nach der Tötung der 13-jährigen Souzan in Stolzenau erwägt die Polizei nun auch eine TV-Fahndung nach dem tatverdächtigen Vater über die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ (Sendetermin: 14. Dezember). „Wir ziehen das in Erwägung. Aber eine Entscheidung gibt es noch nicht“, sagte der Verdener Staatsanwalt Lutz Gaebel am Montag.

Inzwischen sind bei der Polizei etwa 100 Hinweise zu dem Verbleib des 35-jährigen Irakers eingegangen. Nach wie vor ist unklar, ob sich der Mann bereits ins Ausland abgesetzt hat. Nach Polizeiangaben hatte er am vergangenen Montag nach einem gescheiterten Versöhnungsgespräch auf der Straße auf seine Tochter geschossen und diese getötet. Anschließend flüchtete er.

Die Polizei hat eine Woche nach dem Mord an der 13-jährigen Souzan die Suche nach dem tatverdächtigen Vater verstärkt. Die Mordkommission sei inzwischen auf 20 Beamte aufgestockt worden, sagte eine Polizeisprecherin am Montag in Nienburg. Zudem seien speziell ausgebildete Zielfahnder im Einsatz.

Gleichzeitig betonte ein Polizeisprecher, man habe keinerlei Hinweise darauf, dass sich der Vater ins Ausland abgesetzt habe. "Das sind Spekulationen." Es gebe weder Anhaltspunkte dafür noch dagegen. Allerdings gingen seit der öffentlichen Fahndung stetig weitere Hinweise aus der Bevölkerung ein.

Seit Beginn der Öffentlichkeitsfahndung nach dem 35-Jährigen am vergangenen Donnerstag sind knapp hundert Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Eine heiße Spur befindet sich allerdings nicht darunter.

Das Mädchen soll soll derweil am Mittwoch bestattet werden. Die Beisetzung ist auf dem jesidischen Gräberfeld auf dem Stadtfriedhof Hannover-Lahe vorgesehen, sagte ein Sprecher des Zentralrates der Jesiden in Oldenburg am Montag. Die Stadt Hannover wollte zu der Beerdigung keinerlei Angaben machen. Die kurdische Familie stammt aus dem Irak und gehört dem jesidischen Glauben an.

Die Suche nach dem Iraker, der seine Tochter nach einem gescheiterten Versöhnungsgespräch im Kreis Nienburg auf offener Straße erschossen hat, laufe auf Hochtouren. Die 13-jährige Souzan soll möglicherweise am Mittwoch in Hannover-Lahe beerdigt werden.